Also Finale

16 Apr

Also Finale. Da habe ich mich lange Zeit nicht mit dem Gedanken anfreunden können, das Pokalfinale zu erreichen, da man ja dann von den Bayern gedemütigt würde, und nun freue ich mich richtig drauf. Das dritte Pokalfinale in sieben Spielzeiten. Das Dritte Finaljahr in Folge. Das sind so traumhafte Zeiten. Und natürlich möchte ich nach Berlin fahren. Und natürlich glaube ich an einen Sieg. Noch 31 Tage. Berlin, Berlin! 

Angst essen Zukunft auf

14 Apr

Unendlich viele verschiedene Bilder im Traum letzte Nacht. In der Mitte der bedrückende Film, der mich seit Jahren verfolgt: Ich muß nochmal zur Schule und mir fehlt ein Kurs, den ich den größten Teil des Schuljahres nicht besucht habe. Ich kann unmöglich dort hingehen, niemand hätte Verständnis für mich. Ich muß nochmal zur Uni, es stehen unmittelbar Prüfungen an, hoffentlich kann ich mich noch anmelden, ich habe nichts noch nichts gelernt. Ich schäme mich, nach all den Jahren immernoch nicht fertig zu sein. Der Traum kehrt immer wieder zurück und fängt mich ein.

“Bei dir ist nichts fertig”, sagte die dicke Frau in der Ecke. Allerdings nicht zu mir, sondern zu dem Mann mir gegenüber, der im Unterschied zu mir tatsächlich die Schauspielschule besucht hatte. Er hatte auch angefangen zu laufen und war verheiratet.

Temperatursturz, Zeitdruck, Muskelkater.

Taktische Meisterleistung

13 Apr

Um gleich wieder mit einem Zitat einzusteigen, diesmal von Arne von schwatzgelb.de: “Vier Tage. Zweimal gewonnen. Zweimal zu Null. Gegen Real Madrid und Bayern München. Was ne Kacksaison.” Wer sich über diese Saison beschwert, ist wirklich nicht ganz gebacken. Egal, ob wir am Dienstag gegen Wolfsburg ausscheiden, selbst wenn wir doch noch, was ich mir nicht vorstellen kann, Platz Zwei in der Liga hergeben, das war eine Supersaison und gestern ein schöner Sieg. Ich wußte, daß ein Sieg drin sein würde, aber ein 0:3 hätte ich genauso wenig erwartet wie diese taktische Meisterleistung unseres Meistertrainers. Das Spiel war einmal wieder ein Beweis für die Genialität von Jürgen Klopp.

Nichtsdestotrotz sollten wir es auch nicht übertreiben. Wie ich gestern schon schrieb: der schönste Sieg in München überhaupt war im Februar 2011 (bis dahin hatte es 19 Jahre dort keinen Sieg gegeben). Auch das 1:0 vom November 2011 versetzte einen noch in eine Ekstase, was das 3:0 von gestern nicht mehr leisten kann. Und dennoch befinden uns nach wie vor noch immer mitten in der Blütezeit, an die man sich in der Zeit nach Klopp, in fünf, zehn und zwanzig Jahren zurücksehnen wird.

P. is back

12 Apr

“Ultra Sur, Real Mardrid, wir haben euch mit Kirch und Friedrich gezeigt, was Fußball ist. Danke @BVB” twitterte ein Freund unmittelbar nach unserem Auftritt gegen die Königlichen. Das war mal wieder eins der Mitte der Woche, die einen aufspritzen, wie ein Zentner Koks wirken (nicht daß ich von sowas Ahnung hätte), einem ein breites Grinsen ins Gesicht schreiben, ganz egal, was gerade auf Arbeit los ist oder in der Ukraine passiert. Und das einem auch völlig egal sein ließe, was die Bayern machen, wenn es einem nicht sowieso schon egal ist.

Der FC Bayern könnte von mir aus die nächsten fünf oder zehn Jahre jede Saison das Triple holen und mit 102 Punkten Meister werden. Allein wären heute Abend dann doch 3 Punkte für uns ganz hilfreich. Eben um Platz 2 zu sichern und zu verhindern, daß die Blauen an uns vorbeiziehen. Das ist der Grund, warum ich trotz allem ein wenig Hoffnung auf einen Sieg heute habe. Wenn es nicht sein soll, dann eben nicht. Die Freude, die die Siege 2011 in München mir bereitet haben, die kommt ohnehin so schnell nicht wieder.

Das zu heute. Wie ihr merkt, blogge ich – ermuntert durch Elquee - nach fast einem halben Jahr Pause wieder. Hatte mir überlegt, das ein für alle mal sein zu lassen, da diese Mischung aus Borussia, Laufen, ein bißchen Literarisches und Politisches ja doch irgendwie kaum jemanden interessiert. Aber ich kann es einfach nicht sein lassen. Und versuche jetzt mal eine Zeitlang ganz altmodisch Web-Tagebuch zu führen. Aus dem Leben eines BVB-Fans, der Arbeit, Fußballspiele, Lauf- und neuerdings auch Kraftsport unter einen Hut zu kriegen versucht. Und die “Welt” reflektiert (großes Kino).

So stay tuned for may Standard Entertainment Programm….

Vortragsveranstaltungen der DIG-Hochschulgruppe Rostock mit Simon Pohl und Alex Feuerherdt

21 Nov

1) “Vom Regen in die Traufe – Zur Instrumentalisierung des “arabischen Frühlings” durch den politischen und militärischen Islam”

Vortrags- und Diskussionsabend mit Simon Pohl am Mittwoch, 04.12.2013, 19:30 h, Universität Rostock, Ulmenstr. 69, Haus 1, HS 126. Der “arabische Frühling” ist noch längst nicht am Ende, obgleich er seinen blutigen Höhepunkt in Syrien erreicht hat. Die Hoffnungen, dass nach den Aufständen Demokratie im Sinne von Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und Pluralität Einkehr hält, fanden ihre Enttäuschung z. B. in Ägypten Mitte diesen Jahres und versanken endgültig im Chaos des Syrienkriegs. In beiden Ländern nutzten die islamistischen Kräfte die Chance, ihr eigenes Anliegen durchzusetzen; sie wussten sich mit dem Rest der von Frühlingsgefühlen Beseelten problemlos darin einig, dass das Hauptanliegen nicht die Demokratie ist, sondern ein wie immer gearteter Sturz des jeweiligen Regimes durch die Volksmassen. Die Anwärter der nächsten Episode dieser Unruhen, allen voran das haschemitische Königreich Jordanien und die treibende Kraft im Libanon, die schiitisch-islamistische Hisbollah, haben die Gefahr dieser Intention klar erkannt. Während sie um ihre Legitimität kämpfen, steckt der Krieg im Nachbarland Syrien noch politisch wie militärisch in der Sackgasse. Denn während v. a. die USA und Russland ihren Erfolg über die Vernichtung des syrischen Chemiewaffenarsenals feiern, freut sich das syrische Regime über sein soweit gesichertes Überleben und die “Rebellen” über die eroberten Gebiete, die ca. die Hälfte des syrischen Territoriums ausmachen. Von Fortschritt jedoch kann nicht die Rede sein. Von der Einrichtung demokratischer Verhältnisse schon gar nicht. Simon Pohl ist Vorstandsmitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Erfurt und Mitglied der studentischen Initiative „Association Pomme de terre“ in Jena.

 

(2) “Der ‘Arabische Frühling’ und Israel”

Vortrags- und Diskussionsabend mit Alex Feuerherdt am Donnerstag, 05.12.2013, 19:30 h, Cafe Median, Niklotstr. 5/6 (Nähe Doberaner Platz). Als der „Arabische Frühling“ begann, blickte man in Israel mit einer Mischung aus Hoffen und Bangen auf die Geschehnisse in den Nachbarländern: Würden die Aufstände in den arabischen Gesellschaften (auch) dazu führen, dass die scheinbar unveränderliche Feindschaft gegenüber dem jüdischen Staat aufgebrochen wird? Oder drohten von den Verwerfungen am Ende doch eher Kräfte zu profitieren, die Israel noch übler gesonnen sind als die bisherigen Regime? Mittlerweile ist der „Frühling“ längst vorbei, und nicht nur die Ereignisse in Ägypten und der Krieg in Syrien machen deutlich, dass sich die Sicherheit Israels alles andere als verbessert hat. Doch welche konkreten Konsequenzen und Herausforderungen ergeben sich aus den Umbrüchen für den jüdischen Staat? Wie wirkt sich die iranische Bedrohung aus, die es auch nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten gibt? Was ist vom Verhalten der USA und der Europäer zu halten? Und wie geht eigentlich die israelische Politik mit all dem um? Alex Feuerherdt ist Lektor und freier Publizist. Er lebt in Köln und schreibt schwerpunktmäßig über den Nahen Osten, u.a. für KONKRET, die Jungle World, die Jüdische Allgemeine und den Tagesspiegel.

Köln-Marathon 2013: Ich bin wieder hier

19 Okt

Ich lerne es einfach nicht. Sagte ich mir immer wieder. Seit Kilometer 10. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, die ersten zehn auf keinen Fall unter 50 Minuten zu laufen. Eher in 51 Minuten. Gelaufen bin ich sie in 48:48 Minuten. Achim, der die ganze Zeit hinter mir war, holte mich unmittelbar danach ein: “Warste doch ein bißchen schneller. Hab nur deinen Kopf noch gesehen. Hat es sich jetzt eingependelt? Sollen wir so weiterlaufen, knapp unter 5 (min/km)?” Ja, denke ich, eigentlich immernoch viel zu schnell, aber so kann es erstmal weitergehen. Eigentlich will ich auf die Bremse treten, denn das kann nur ein Fiasko geben. Andererseits ist es schön, schnell zu sein, ich will also dranbleiben. Ab Kilometer 18 oder 19 gehe ich deutlich runter vom Gas. Wer seinen Test-Halbmarathon in 1:47 h gelaufen ist, sollte beim Marathon nicht unbedingt die erste Hälfte in 1:45 h laufen. Ich überquere die Halbmarathon-Linie in 1:45:07 h. Gut, ich bin also über 5 km/min. Vielleicht kann ich ja so ab Kilometer 28 oder 30 oder 32 wieder das Tempo anziehen. Jetzt erstmal zurückhalten. Bei Kilometer 25 habe ich 2:06, h, die Läufer um mich rum erzählen sich gegenseitig, daß sie gut in der Zeit liegen. Ja, das schon. Nur ich merke, meine Kraft ist komplett weg, ich fange an zu kämpfen. Jetzt geht es immerhin nach Nippes raus und ab da ist eh Kampfzone. Ich werde so langsam, dass ich mich nicht mehr traue, auf die Uhr zu schauen. Bis Kilometer 30 einfach konzentriert ruhig weiterlaufen. Das Temo anzuziehen, daran ist beim besten Willen nicht mehr zu denken.Hinter der 30 merke ich, wie die nicht nur die Beine, sondern auch die Füße weh tun. Vor allem am linken Fuß scheine ich ne Blase zu haben. Ich teile mir die Strecke gedanklich in Zwei-Kilometer-Abschnitte ein. Danach wären Gehpausen legitim. Noch bis Kilometer 34. Und jetzt bis 36. Okay, jetzt bis 38. Ab Kilometer 39 werde ich automatisch schneller. Nun schaue ich doch auf die Uhr: 3032 h, die letzten drei Kilometer unterm Sechserschnitt, dann schaffe ich es wenigstens unter 3:50. Aber die Strecke will und will nicht enden,  außerdem laufe ich zwar recht zügig, mache aber seltsame Bewegungen, isch scheine eher zu humpeln. 03:51:50 h.

Das ist die Timeline:

Split Tageszeit Zeit Diff min/km km/h
10 km 12:20:58 00:48:48 48:48 04:53 12.30
21,1km 13:17:16 01:45:07 56:19 05:05 11.83
30 km 14:06:35 02:34:25 49:18 05:33 10.83
40,7 km 15:14:51 03:42:41 01:08:16 06:23 9.40
Netto 15:24:00 03:51:50 09:09 06:08 9.80

Achim sitzt zufrieden und fertig an der Seite. Wie bei ihm war? 195 Meter zu lange, 03:30:54 h. Alles tut mir weh, eine fette Blutblase am linken Fuß.

Ich könnte jetzt sagen, daß das Ergebnis in keinem Verhältnis zum betriebenen Aufwand steht. Ich weiß, daß ich schon viel schnellere Zeiten mit deutlich weniger Training gelaufen bin. Ich könnte mich ärgern. Mache ich aber nicht. In den letzten drei Jahren gab es Zeiten, in denen ich überzeugt war, nie wieder einen Marathon laufen zu können. Ich habe es wieder geschafft. Nur das zählt.

Marathon-Trainingstagebuch: Woche 16

14 Okt

Nach 939,3 km in 16 Wochen und einem erfolgreich beendeten Marathon in 03:51:50 h ist das Programm beendet. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß Aufwand und Ertrag nicht gerade im richtigen Verhältnis stehen. Dennoch bin ich zufrieden. Der Bericht vom Lauf folgt.

 

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