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Vom abwesenden Fußballgott und anderen Absurditäten

20 Mai

Verdient, unverdient, völlig unverdient, völlig verdient. Unwürdig. Antifußball. Unschön. Nicht schön anzusehen. Ungerecht. Wo ist der Fußballgott? In football, the evil always wins.

Man stelle sich vor: Der BVB verliert das CL-Finale im eigenen Stadion nach Elfmeterschießen. Nach nem Ausgleich kurz vor knapp. Nachdem Dortmund 120 minuten spielerisch überlegen war. Ich hätte mich im Rhein oder in der ruhr ertränkt. Ich würde heute aus dem Heulen nicht mehr rauskommen. Deshalb finde ich die Häme, die einige von uns letzte Nacht zeigten, gelinde gesagt etwas daneben. Ja, ich weiß auch, daß uns die Bayern die ganze Saison ihre Häme über unser CL-Ausscheiden gezeigt haben. Nach jedem Dortmunder Erfolg war das ihr einziges Thema. Viel anderes blieg ihnen ja auch nicht übrig.Aber wollen wir uns nicht von ihnen unterscheiden?

Ich schaute das Finale wieder mit Priesterzions. Bei Priesterzions zuhause. Und wir drückten den Roten die Daumen. Ein Erfolg im eigenen Stadion. Ein titel nach den nationalen Pleiten. Wovon sie alle seit Wochen und Monaten geträumt hatten. Warum denn nicht?

Der Ballbesitzfußball der Bayern erwies sich allerdings als die falsche Taktik. “Abgezockt” ist für die Spielweise von Chelsea gar kein Ausdruck. Ihnen ist es auf verdammt coole Art gelungen, ihre Aufgabe gegen die Bayern zu lösen. Und sie haben nun mal gewonnen, mit welcher Taktik, ist doch vollkommen egal. Im Fußball geht es nun mal nicht um spielerische Dominanz oder Schönheit, sondern ums Toreschießen. Chelsea hat Barca rausgeschmissen, Chelsea hat die Bayern besiegt. Wenn Matthias Sammer da von einem unwürdigen CL-Sieger faselt, will man ihm doch wirklich zurufen: “Was laaaberscht du?”

Ich fand es gestern abend wirklich bitter, aber seit ich heute morgen im Netz so manche Kommentare lese, hält sich mein Mitleid in Grenzen: Nur nochmal zu Erinnerung: Anfang der Saison 2011/2012. Bayern MUSS Deutscher Meister werden, hieß es. Mit so einem Kader MUSST Du Meister werden. Bayern hat eine erfolglose Saison hinter sich, schaut jetzt aber titelhungrig nach vorne. Wenn ich aber doch etwas werden MUSS und es dann nicht werde, muß ich dann nicht etwas genauer hinterfragen, was falsch lief? Stattdessen hieß es Ende der Saison, Bayern sei anders als Borussia Dortmund in drei Wettbewerben und habe eben seine Prioritäten anders gesetzt. CL-Finale dahoam das wichtigste überhaupt. Dafür war es gestern doch definitiv zuwenig. Und der einzige, der ein wirklich guter Verlierer gestern war, war Jupp Heynckes. Mit einer ganz nüchternen Analyse. Von den Spielern haben sich die meisten als die Memmen gezeigt, die sie sind. So sehr ich ihre Enttäuschung verstehen kann.

Dennoch an die Bayern-Fans: Kopf hoch! Das war ein grausamer Moment für euch gestern und ich kann den Schmerz nachempfinden. Solche schwarzen Tage gibt es in jedem Fan-Dasein, und das ist einer der Gründe, warum wir diesen Sport lieben.

Nicht von der Vergangenheit träumen

26 Feb

Vor genau einem Jahr fand in München eines der entscheidenden Spiele der Meistersaison statt. Die letzten drei Tage vor dem spiel war ich sowas von aufgeregt. Und dann endete die Partie mit einem 3:1 für den BVB in der Münchener Allianz-Arena. Die drei Tage danach war wich wie auf Droge.

Aber ich muß es mir echt abgewöhnen, von der Vergangenheit zu träumen. Wir haben 2012 und bis zum Ende der saison wird es noch schwer genug. Heute gilt es natürlich in erster Linie, gegen Hannover 96 an die Siegesserie anzuknüpfen. Da wäre ich jetzt fast schon wieder geneigt, auf das Rückspiel der letzten Saison zu verweisen, aber nein nein, wir haben 2012, andere Zeit, ganz andere Bedingungen. Und Titelkampf hin oder her, selbstverständlich drücke ich heute auch dem FC Bayern die Daumen. Denn wenn GE jetzt auch noch anfängt, aus den Spitzenspielen Punkte mitzunehmen, bekomme ich wirklich die Generalkrise.

Ja, und dann war das auch schon wieder mein letzter Blogpost bis Mittwoch oder so. Ich komme derzeit aus der Arbeit echt nicht raus und habe schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal den Sonntagnachmittag mit Fußball genieße. Und dabei habe ich eigentlich den Anspruch, täglich zu posten. Das wird mir eh nie gelingen, aber dem Ziel sollte ich zumidest nahe kommen.

In diesem Sinne: Schönen Sonntag euch! Heja BVB!!!

Melting away – der Start in die Rückrunde

23 Jan

Manchmal frage ich mich, ob ich nicht doch mit dem Fußball aufhören sollte. Schmolz ich gestern doch wieder dahin wie ein Eis in der prallenden Sonne. Was diese Mannschaft mit mir macht, ist oft zuviel für meine Seele.

Sechs Jahre nach dem letzten Sieg gegen Hamburger Sport-Verein gewann der Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund mit einem wohl von uns allen unerwarteten 5:1. Daß es für den HSV schwierig werden würde, zeigten die ersten drei Minuten, in denen das Team von Jürgen Klopp gleich anderthalb Torchancen bekam. Dem 0:1 in der sechzehnten Minute durch Kevin Großkreutz wäre exakt eine Minute später durch Guerrero beinahe der Ausgleich erfolgt. Das glanzvolle 0:2 durch Robert Lewandowski in der 37. Minute machte es für das ohnehin ungeordnet spielende Team von Thorsten Fink sehr schwer zurückzukommen, und so war die Richtung des Spiels zur Halbzeit klar. In der 58. Minute machte Kuba dann mit einem Traumtor aus 15 Metern die entscheidende Bude. Es folgten das 0:4 in der 76. Minute durch Kuba, der einen Elfer locker verwandelte und das 05: durch Lewandowski mit seinem 14. Saisontreffer am 18. Spieltag. Schließlich in der 86. Minute der Ehrentreffer für die Hamburger durch Guerrero, nachdem Langerak den Ball zuvor unglücklich abgewehrt hatte.

Festzuhalten bleibt: Der amtierende Deutsche Meister gewann das Spiel mit 5:1 verdient und nicht zu hoch. Das Gegentor mag überflüssig gewesen sein, aber aus meiner Sicht ist Mitch Langerak wenig vorzuwerfen. Er ist eben beim Stand von 0:5 nicht auf volles Risiko gegangen. Der BVB bekam in dieser Saison erstmals einen Straf-Elfmeter zugesprochen. Von Wolfgang Stark, der sich am 4. Spieltag in Leverkusen den Haß vieler Schwarz-Gelber zugezogen hatte. Der sich engagiert zeigende Stark hatte die insgesamt von Fairneß geprägte Partie über 90 Minuten einwandfrei im Griff. Der HSV präsentierte sich sehr schwach, was vor allem wohl geringem Selbstbewußtsein gegen drückend überlegende Dortmunder geschuldet gewesen sein dürfte. Ein lediglich durch den Erfolg des Vereins aus Gelsenhausen leicht getrübter wunderschöner Spieltag.

Nun mögen einige, insbesondere befeuert durch das Spiel in Mönchengladbach am letzten Freitag, in den nächsten Tagen von der Titelverteidigung träumen. Was natürlich unsinnig ist. Selbstverständlich ist der Deutsche Meister in Topform, aber schon am nächsten Spieltag nach einem Heimspiel gegen den Angstgegner aus Sinsheim kann die Welt ganz anders aussehen. Das letzte Heimspiel, das wir gewonnen haben, war das Derby, und das ist zwei Monate her (was natürlich in erster Linie durch die Winterpause bedingt ist). Der FC Bayern München hatte möglicherweise mit der Niederlage seinen Auftakt zu einer grandiosen Rückrunde ganz ähnlich wie zu Beginn der Saison. Und wenn die Blauen so weitermachen, sind sie am Ende evenutell…okay, dann Satz draf ich nicht zu Ende führen. Fakt ist aber, daß so populär unser Team landesweit auch ist, einige gerade ganz schön angepisst murren. In den letzten Minuten des Spiels gestern fing  in der Kneipe ein alter eingefleischter Bayern-Fan an vom Dortmunder Auftreten in der Champions League zu reden. Worüber ich ganz verschmitzt lächelte.

Glückwunsch übrigens auch an die Intiative “Kein Zwanni”, die eigenen Angaben zufolge mehr als 600 Fans vor dem Stadion zum Protest versammelte.

Wenn du denkst, es geht nicht mehr

20 Nov

Wirklich dran geglaubt hatte ich bis zuletzt nicht. Da braucht der BVB 20 Jahre, um einmal in München zu gewinnen, und dann 9 Monate, um es zweimal zu tun. Noch vor sechs Wochen wurde mir mulmig bei dem Gedanken an den 19. November. Wenn das mal keine Klatsche geben würde. Zuletzt hatte ich auf Unentschieden getippt, mit einem 0:0 als das am meisten wahrscheinliche Ergebnis. Und dann ein Sieg. Der dritte sieg gegen den FC Bayern in Folge. Träume ich oder ache ich?

Und dabei glich der samstag für mich eher einem Alptraum. Ich habe mein brandneues und auch recht teures Smartphone verloren, außerdem noch meine Brille und ein Schlüsselbund. Noch viel wichtiger: ich habe eine ganz große dummheit gemacht mit im Moment nicht abzusehenden Folgen. Ich war richtig am Ende gestern abend und konnte auch das Spiel zum größten Teil verfolgen. Daß der BVB dann wirklich gewonnen hatte, bekam ich erst gegen 23 Uhr mit. Und das hat diesen schlimmen Samstag zu einem doch noch guten Ende gebracht.

Da wären wir bei dem, was so eine Liebe zu einem Fußballverein mit sich bringt. Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo plötzlich dann der BVB daher.

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