Schlagwort-Archiv: Laufen

Nochmal kurze Laufpause

20 Jan

Heiliger St. Sebastian, Schutzpatron von Rödersheim-Gronau. Fällt mir gerade so ein, weil ich in der Grundschule am 20. Januar schulfrei hatte. Sebastian ist nämlich der Schutzpatron von Rödersheim-Gronau und weil ich dort mal gewohnt habe, war da in der dritten und vierten Klasse nix mit Schule.

Aber ich wollte über was ganz anderes schreiben. Ich will da weitermachen, wo ich gestern aufgehört habe, nämlich mich weiter über die Umstände beschweren. Mit Laufen ist jetzt nochmal drei Wochen essig, weil ich mindestens viermal Stoßwelle mit Injektion in den Fuß bekomme. Hätte ich eigentlich auch letzten Herbst, besser gesagt letzten Spätsommer haben können, wenn ich gleich zum Facharzt gegangen wäre. Aber dafür habe ich jetzt wirklich die Hoffnung, daß ich ab Februar vollkommen beschwerdefreies Grundlagentraining absolvieren kann und ich im Herbst eine neue Marathon-Bestzeit laufe. Unter 03:30 h auf jeden Fall. Am liebsten gleich unter 03:25 h. Was war das Thema? Ach ja, die Umstände. Sind in Anbetracht meiner Erwartungen doch gar nicht so schlecht!

Und ab heute ist endlich wieder Bundesliga! Euch allen einen fröhlichen und gelungenen Rückrundenauftakt!

Der 100-km-Lauf

9 Jan

Während die Sportmedien einem nach Feierabend mit Wechselgerüchten, Möglichkeiten von Vertragsverlängerungen und sonstigen Spekulationen das Hirn zukleistern, schreibe ich nicht darüber. Vielleicht tut euch das gut, wenn ich vom Laufen erzähle.

Eins vorweg: Ich bin überzeugt davon, daß ich den 100-km-Lauf von Biel meistern würde.

Aber der Reihe nach. Achim, Sportjournalist und FC-Bayern-Fan, ist seit nun gut zehn Jahren mein Laufkumpane. Er war es, der 2002 mich dazu überredet hat, doch mal den Köln-Marathon mitzulaufen. Und seitdem sind wir in fast jedem Jahr zusammen zum Herbstmarathon angetreten; darüber hinaus auch oft zum Halbmarathon oder hier und da zum 10-km-Lauf. 2003 war er ganz stolz darauf, daß er als damals 35-Jähriger vor mir als damals 25-jährigem im Ziel war. Und bis heute liegt seine Bestzeit auf Marathon unter meiner, wobei ich auf 10 km die Nase vorn habe. Der Achim.

Und jedes Jahr ist Achim nach eigenem Bekunden “heiß”. Mit weit aufgerissenen Augen erzählt er mir seit vier Jahren immer im Januar oder Februar beim Bierchen dasgleiche: “Ich sag Dir es gleich. Bevor ich nachher wieder zuviel getrunken habe, sage ich es Dir jetzt: Dieses Jahr gehe ich nach Biel. Ich machs. Ich bin heiß.”

Dieses Jahr hat er mir das per Mail geschrieben, und ich glaube, daß er dieses Jahr es wirklich machen wird. Die 100 km laufen. 2003 hatte ich ihm gesagt, daß man nach Biel auch immer noch mit über 40 gehen könne, erstmal gelte es, auf kürzeren Distanzen schneller zu werden. Aber nu ist er lange über 40 und ich bald “Mitte 30″.

Doch für mich ist die Zeit noch nicht reif für 100 km. Daß ich es irgendwann mal in angriff nehmen werde, da bin ich mir allerdings sicher. Klar denkt da der Leihe zuerst: “Das ist aber ganz schön weit.2 Aber vorm marathon hat auch jeder erstmal einen Risenrespekt und jeder Marathonläufer wird mir bestätigen, daß die Strecke mit der entsprechenden Vorbereitung easy zu bewältigen ist. Sicher investieren wir Langstreckenläufer unheimlich viel Zeit und Energie in unsere Ziele. So ist das auch mit den 100 km. Da kommt es eben auf weniger auf die Tagesform als vielmehr auf die “Jahresform” an, mehr auf die psychische als auf die physische Vorbereitung. Machbar ist das allemal.

Für mich kommt der 100-km-Lauf jedoch frühestens in sechs Jahren in Frage. Vorherher wünsche ich dem Achim gutes Gelingen.

2011 gelaufen..

2 Jan

Großartig Bilanz ziehen, kann ich nicht. Auch kein Fazit geben. Laufmäßig stand 2011 ganz im Zeichen meines Fersensporn. Dementsprechend komme ich im gesamten Jahr auf 776,5 Trainingskilometer. Insgesamt habe ich 73 Stunden und 37 Minuten mit Laufen verbracht, also etwas mehr als drei Tage. Gelaufen bin ich mit einem Durchschnittstempo von 5:41 min/km und bei dem ganzen Training habe ich 60.039 Kalorien verbracht.

Das Jahr begann mit zwei Trainingsläufen in North Carolina. Denen folgte eine schwere und nicht enden wollende Bronchitis, so daß ich erst am 16. Februar richtig ins Training einstieg. Die Grundlagenphase beendete ich am 9. April mit meinem dann leider einzigen Wettkampf des Jahres. 47:30 Minuten auf dem 10-km-Straßenlauf in Mannheim-Sandhofen. Ich trainierte 2011 das erste mal nach der Laufformel von Jack Daniels und steigerte mich bis in die Übergangsqualitätsphase. Kurz vor dem Viernheimer Brundtlandlauf am 11. Juni plagten mich immer mehr Schmerzen im rechten Fuß. Die Diagnose fiel zwei Tage vor dem geplanten Wettkampf: spitzer unterer Fernsensporn. Nach drei Wochen Laufpause versuchte ich es am 1. Juli nochmal mit Laufen, ließ es dann aber sein. Der geplante Köln-Marathon fiel ins Wasser.

Wie ich letzte Woche schrieb, habe ich am zweiten Weihnachtsfeiertag das Training wiederaufgenommen. Wo mich der Weg 2012 hinführen, weiß ich noch nicht. Die Monate  Januar und Februar werde ich mal mit einer Vielzahl von lockeren Dauerläufen die entwicklung des Fußes beobachten. Gerade heute macht der Fuß wieder ganz schön auf sich aufmerksam. Aua!

Auch das Meisterjahr endet ohne Silvesterlauf

31 Dez

Eben noch sah ich im Morgengrauen an der Haltestelle Daniel beim Schlafen zu. Wir stiegen in irgendeine Bahn und fuhren durch Wien – er schlief weiter. Und später setzte er seinen Schlaf bei Starbucks in der Nähe vom Stephansplatz fort. Das war am Neujahrsmorgen 2011. Am 2. Januar fuhr ich zurück nach Mannheim und wurde in Würzburg wegen Überfüllung des Zuges aus dem ICE geschmissen – obwohl ich bis Frankfurt reserviert hatte.

Und das soll es schon wieder gewesen sein? Das Meisterjahr 2011 (“mach mich hoch, mach mich hoch; 1:0 für Köln!”)? Das Jahr, in dem wir zweimal in München gewannen. Das Jahr der arabischen Revolutionen und der Rückkehr der Angst vorm Atomtod. Es war ein total beklopptes Jahr für mich. Mit einem neuen Job, der super läuft und in dem ich mich wohl fühle. Aber auch ein Jahr mit einem Alptraum, enormen Verlusten und einem halben Jahr ohne Lauftraining. Ohne Marathon.

An Silvester nehme ich seit acht Jahren immer am Silvesterlauf in Schifferstadt teil. Der wurde letztes Jahr witterungsbedingt abgesagt und ich fuhr nach Wien. Dieses Jahr wird es nichts, weil ich erst in dieser Woche wieder mit dem Laufen angefangen habe und der Fuß auch noch nicht wirklich wieder intakt ist. Dabei ist dieser 10-km-Lauf durch den Wald in der Nähe von Speyer eine wunderbare Nachmittagsbeschäftigung für Silvester. Einmal noch im alten Jahr was leisten und dann das Jahr gemütlich ausklingen lassen. Wobei ich die Rede vieler Läufer schwachsinnig finde, die da meinen, man könne so “guten Gewissens” feiern. Feiern geht ja nur mit Leistung. Quatsch. so lange wir leben, haben wir auch was zu feiern.

Das klingt jetzt vielleicht nach stinklangweiliger Kirchenpredigt, aber ich muß nach den Erfahrungen dieses Jahres doch mal sagen, daß wir unsere Gesundheit, das “normale Leben” viel zu wenig zu schätzen wissen. Krankheit und Tod, Drama, Angst und Trauer gehören natürlich zu eben diesem “normalen Leben.” Aber wir sind uns viel zu wenig bewußt, wie schnell sich die Dinge ändern können. Immer könnte alles auch ganz anders sein. Und wie belanglos die meisten unserer Álltagsprobleme sind, sehen wir naturgemäß erst, wenn es knüppelhart kommt.

Ich habe die besten Eltern und die besten Freunde, die man sich nur wünschen kann. Und ich bin BVB-Fan und wir haben gerade die Zeit von Jürgen Klopp. Mats Hummels oder Mario Götze beim Spielen zusehen zu dürfen, Pils zu trinken, Philip Roth zu lesen, das sind die Freuden, für die ich dankbar bin. Und wer weiß, was 2012 bereit hält. Denkt dran, wir werden immer zweimal in Folge Meister und dann nochmal sechs Jahre später…kommt gut rüber ins neue Jahr!!

Ist einem Läufer der BVB nicht wichtig genug?

28 Dez

Von euch gehen einige zu jedem Spiel. Ich bewundere Fußball-Fans, die trotz Streßjob und Lebensgefährte/in jedes Wochenende stundenlang mit Zug oder Bus durch die Gegend kurven. Sofern man nicht in Dortmund wohnt, kann das unter Umständen jedes mal ne lange Anreise sein. Ich kann das nicht. Wir haben jetzt Halbzeit und ich war auf 4 von 17 Spielen – Heimspiele gegen FC Nürnberg, 1. FC Köln und FC Kaiserslautern und das Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg.  Plus Pokalspiel beim SV Sandhausen, aber Pokalspiele rechnen wir extra. Das ist nicht viel, aber immerhin. Für die Rückrunde nehme ich mir diegleiche Anzahl vor, also mindestestens drei Heimspiele und ein Auswärtsspiel, wobei es natürlich möglichst mehr werden sollen.

Viel mehr werden es aber wohl nicht. Denn ich habe vor mal wieder umzuziehen, vermutlich im April. Und dann habe ich als Läufer für 2012 wieder hehre Ziele. Sich fit für den Wettkampf zu machen und gleichzeitig jedes Spiel zu sehen, vielleicht schafft ihr das, ich nicht. Da muß ich mir dann auch die Frage stellen: Was ist mir wichtiger? Marathon unter 03:30 oder Anwesenheit bei 34 Bundesligaspielen. Ist mir der BVB nicht wichtig genug, wenn ich dem Laufen Priorität gebe? Und dann ist da noch der Beruf, der mich mitunter auch am Wochenende einige Stunden Zeit kostet.

In diesem Punkt spiegeln sich auch die unterschiedlichen Interessen eines Bloggers. Reine Fußball- und Läufer-Blogs haben es eben doch entschieden einfacher. Wer über alles bloggt, wird kaum ein bestimmtes Publikum zum regelmäßigen Lesen anlocken können. Das ist banal und Social Networks Kurs A1A. Von den BVB-Fans unter euch werden sich die wenigsten für meine Wettkampfvorbereitung interessieren und noch weniger dafür, wie ich es nun finde, ob Obama wiedergewählt wird und noch weniger für die Solidarität mit Israel. Aber ich kann mich nicht auf eine Sache konzentrieren. Wie ich das unter unter einen Hut bringe, wird die nahe Zukunft zeigen. Im neuen Jahr werden hier jedenfalls viele Beiträge zu den genannten Themen gepostet. Was mich auch wieder zu der ebenso banalen Feststellung bringt, daß diese Selbstdarsteller-Blogs durchaus ihren Sinn haben. Der Laufblog von Hannes Christiansen (Laufhannes)  zum Beispiel hat mich in meinem Training ganz schön motiviert. Und warum habt  ihr früher DTS oder Hamburg Schwarz-Gelb gelesen? Weil euch das Innenleben eines Fans interessiert und ihr wissen wollt, was ihr davon bei euch selbst wiedererkennt. Ihr lest Any Given Weekend, weil ihr die brillanten Spielanalysen eines Fans lesen wollt und dembowski ermittelt, weil euch hier eine literarische Figur schöne Geschichten durch die Saison hindurch erzählt. Und ihr lest dieses Blog aus Gründen, die ich nicht kenne. Die aber im neuen Jahr bleiben und sich vermehren werden.

I will be back. Stronger than ever.

27 Dez

Scheiß doch auf den Fersensporn.. dachte ich am zweiten Weihnachtsfeiertag und kramte die Laufschuhe aus dem Schrank. Seit dem 1. Juli war ich nicht mehr gelaufen. Und von der Ferse abgesehen befand ich mich noch vor wenigen Wochen in einem Zustand, in dem ich an Sport keine Sekunde denken konnte. Aber das war Vergangenheit. Ich wollte noch im alten Jahr wieder laufen. Unbedingt.

Der Garmin Forerunner fand keinen Satelliten. Jetzt ist das Teil, das ich seit knapp einem Jahr habe, und das mir nur in der ersten Jahreshälfte Dienste geleistet hat, auch schon im Arsch. Bei den ganzen Verlsuten, die ich so in den letzten Jahren, für das Geld könnte ich mir locker ein Auto kaufen. Prächtig. Ich spürte den Asphalt in beiden Füßen wie noch nie. Wenn du nur noch Einlagen und weiche Schuhsolen gewöhnt bist, dann sind die ersten Schritte in gewöhnlichen Laufschuhen brutal. Aber es ging, es lief. Und siehe: nach zehn Minuten und zwei Neustarts hatte auch der Garmin den satelliten und war startklar, die Aufzeichnung begann. An diesem milden Feiertag durch den grauen Mannheimer Waldpark. Am Ende wurden es 9,7 km. Etwas über dem 6er Schnitt und einigermaßen beschwerdefrei. Das wird ein langer Wiedereingewöhnungsprozess. Mit einer schwierigen Grundlagentrainigsphase. Aber es wird. I will be back in 2012. Stronger than ever. Mit einer neuen Marathonbestzeit, das heißt deutlich unter 03:30 h. Und 10er Zeiten im bereich 42 Minuten, wie zuletzt im Herbst 2003. Mark my words.

Ich kann nicht laufen

20 Sep

Die Kilometeranzahl würde ich jetzt runterschrauben. Den letzten langen Lauf von ca. 28 km hätte ich am letzten wochenende absolviert. Morgen oder übermorgen würde ich das letzte mal auf die Bahn gehen und Sprints kloppen, wobei ich mich ernsthaft frage, wie ich das eigentlich machen wollte, so spät, wie ich derzeit von der Arbeit nachhause komme. Im Finsteren durch den Wald zu rennen, ist so eine Sache. Würde, hätte.

Wenn ich am übernächsten Sonntag, 2. Oktober, wie ich ursprünglich anvisierte, bei meinem achten Köln-Marathon mitmachen würde. Da meine Laufkumpanen noch über Terminschwierigkeiten klagten, hatten wir auf den Frankfurt-Marathon umterminiert. Im dem Fall wäre ich jetzt so wie sie noch mitten drin und sollte 80-100km die Woche schrubben.

Aber ich laufe nicht. Weil ich nicht nur eine Bronchitis habe, sondern auch einen Fersensporn. Seit Anfang Juli habe ich meinen Garmin Forerunner und SportTracks nicht mehr benutzt. Ich kann nicht laufen. Der Fuß schmerzt schon beim Gehen. Ich kann nicht laufen. Und ich weiß nicht, wann ich wieder starte. Zum Silvesterlauf? Zum Mannheim-Marathon 2012? Gerade wenn ich mit Tausenden von Bildern und Gedanken im Kopf abends nachhause fahre, wie derzeit der Fall, brauche ich den ausgleich so dringend, ich Getriebener. Stattdessen sitze ich hier und blogge. Sitze am Notebook wie sowieso den ganzen Tag. Und kein Ende in Sicht..

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