Schlagwort-Archiv: Marathon

Der 100-km-Lauf

9 Jan

Während die Sportmedien einem nach Feierabend mit Wechselgerüchten, Möglichkeiten von Vertragsverlängerungen und sonstigen Spekulationen das Hirn zukleistern, schreibe ich nicht darüber. Vielleicht tut euch das gut, wenn ich vom Laufen erzähle.

Eins vorweg: Ich bin überzeugt davon, daß ich den 100-km-Lauf von Biel meistern würde.

Aber der Reihe nach. Achim, Sportjournalist und FC-Bayern-Fan, ist seit nun gut zehn Jahren mein Laufkumpane. Er war es, der 2002 mich dazu überredet hat, doch mal den Köln-Marathon mitzulaufen. Und seitdem sind wir in fast jedem Jahr zusammen zum Herbstmarathon angetreten; darüber hinaus auch oft zum Halbmarathon oder hier und da zum 10-km-Lauf. 2003 war er ganz stolz darauf, daß er als damals 35-Jähriger vor mir als damals 25-jährigem im Ziel war. Und bis heute liegt seine Bestzeit auf Marathon unter meiner, wobei ich auf 10 km die Nase vorn habe. Der Achim.

Und jedes Jahr ist Achim nach eigenem Bekunden “heiß”. Mit weit aufgerissenen Augen erzählt er mir seit vier Jahren immer im Januar oder Februar beim Bierchen dasgleiche: “Ich sag Dir es gleich. Bevor ich nachher wieder zuviel getrunken habe, sage ich es Dir jetzt: Dieses Jahr gehe ich nach Biel. Ich machs. Ich bin heiß.”

Dieses Jahr hat er mir das per Mail geschrieben, und ich glaube, daß er dieses Jahr es wirklich machen wird. Die 100 km laufen. 2003 hatte ich ihm gesagt, daß man nach Biel auch immer noch mit über 40 gehen könne, erstmal gelte es, auf kürzeren Distanzen schneller zu werden. Aber nu ist er lange über 40 und ich bald “Mitte 30″.

Doch für mich ist die Zeit noch nicht reif für 100 km. Daß ich es irgendwann mal in angriff nehmen werde, da bin ich mir allerdings sicher. Klar denkt da der Leihe zuerst: “Das ist aber ganz schön weit.2 Aber vorm marathon hat auch jeder erstmal einen Risenrespekt und jeder Marathonläufer wird mir bestätigen, daß die Strecke mit der entsprechenden Vorbereitung easy zu bewältigen ist. Sicher investieren wir Langstreckenläufer unheimlich viel Zeit und Energie in unsere Ziele. So ist das auch mit den 100 km. Da kommt es eben auf weniger auf die Tagesform als vielmehr auf die “Jahresform” an, mehr auf die psychische als auf die physische Vorbereitung. Machbar ist das allemal.

Für mich kommt der 100-km-Lauf jedoch frühestens in sechs Jahren in Frage. Vorherher wünsche ich dem Achim gutes Gelingen.

2011 gelaufen..

2 Jan

Großartig Bilanz ziehen, kann ich nicht. Auch kein Fazit geben. Laufmäßig stand 2011 ganz im Zeichen meines Fersensporn. Dementsprechend komme ich im gesamten Jahr auf 776,5 Trainingskilometer. Insgesamt habe ich 73 Stunden und 37 Minuten mit Laufen verbracht, also etwas mehr als drei Tage. Gelaufen bin ich mit einem Durchschnittstempo von 5:41 min/km und bei dem ganzen Training habe ich 60.039 Kalorien verbracht.

Das Jahr begann mit zwei Trainingsläufen in North Carolina. Denen folgte eine schwere und nicht enden wollende Bronchitis, so daß ich erst am 16. Februar richtig ins Training einstieg. Die Grundlagenphase beendete ich am 9. April mit meinem dann leider einzigen Wettkampf des Jahres. 47:30 Minuten auf dem 10-km-Straßenlauf in Mannheim-Sandhofen. Ich trainierte 2011 das erste mal nach der Laufformel von Jack Daniels und steigerte mich bis in die Übergangsqualitätsphase. Kurz vor dem Viernheimer Brundtlandlauf am 11. Juni plagten mich immer mehr Schmerzen im rechten Fuß. Die Diagnose fiel zwei Tage vor dem geplanten Wettkampf: spitzer unterer Fernsensporn. Nach drei Wochen Laufpause versuchte ich es am 1. Juli nochmal mit Laufen, ließ es dann aber sein. Der geplante Köln-Marathon fiel ins Wasser.

Wie ich letzte Woche schrieb, habe ich am zweiten Weihnachtsfeiertag das Training wiederaufgenommen. Wo mich der Weg 2012 hinführen, weiß ich noch nicht. Die Monate  Januar und Februar werde ich mal mit einer Vielzahl von lockeren Dauerläufen die entwicklung des Fußes beobachten. Gerade heute macht der Fuß wieder ganz schön auf sich aufmerksam. Aua!

Ist einem Läufer der BVB nicht wichtig genug?

28 Dez

Von euch gehen einige zu jedem Spiel. Ich bewundere Fußball-Fans, die trotz Streßjob und Lebensgefährte/in jedes Wochenende stundenlang mit Zug oder Bus durch die Gegend kurven. Sofern man nicht in Dortmund wohnt, kann das unter Umständen jedes mal ne lange Anreise sein. Ich kann das nicht. Wir haben jetzt Halbzeit und ich war auf 4 von 17 Spielen – Heimspiele gegen FC Nürnberg, 1. FC Köln und FC Kaiserslautern und das Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg.  Plus Pokalspiel beim SV Sandhausen, aber Pokalspiele rechnen wir extra. Das ist nicht viel, aber immerhin. Für die Rückrunde nehme ich mir diegleiche Anzahl vor, also mindestestens drei Heimspiele und ein Auswärtsspiel, wobei es natürlich möglichst mehr werden sollen.

Viel mehr werden es aber wohl nicht. Denn ich habe vor mal wieder umzuziehen, vermutlich im April. Und dann habe ich als Läufer für 2012 wieder hehre Ziele. Sich fit für den Wettkampf zu machen und gleichzeitig jedes Spiel zu sehen, vielleicht schafft ihr das, ich nicht. Da muß ich mir dann auch die Frage stellen: Was ist mir wichtiger? Marathon unter 03:30 oder Anwesenheit bei 34 Bundesligaspielen. Ist mir der BVB nicht wichtig genug, wenn ich dem Laufen Priorität gebe? Und dann ist da noch der Beruf, der mich mitunter auch am Wochenende einige Stunden Zeit kostet.

In diesem Punkt spiegeln sich auch die unterschiedlichen Interessen eines Bloggers. Reine Fußball- und Läufer-Blogs haben es eben doch entschieden einfacher. Wer über alles bloggt, wird kaum ein bestimmtes Publikum zum regelmäßigen Lesen anlocken können. Das ist banal und Social Networks Kurs A1A. Von den BVB-Fans unter euch werden sich die wenigsten für meine Wettkampfvorbereitung interessieren und noch weniger dafür, wie ich es nun finde, ob Obama wiedergewählt wird und noch weniger für die Solidarität mit Israel. Aber ich kann mich nicht auf eine Sache konzentrieren. Wie ich das unter unter einen Hut bringe, wird die nahe Zukunft zeigen. Im neuen Jahr werden hier jedenfalls viele Beiträge zu den genannten Themen gepostet. Was mich auch wieder zu der ebenso banalen Feststellung bringt, daß diese Selbstdarsteller-Blogs durchaus ihren Sinn haben. Der Laufblog von Hannes Christiansen (Laufhannes)  zum Beispiel hat mich in meinem Training ganz schön motiviert. Und warum habt  ihr früher DTS oder Hamburg Schwarz-Gelb gelesen? Weil euch das Innenleben eines Fans interessiert und ihr wissen wollt, was ihr davon bei euch selbst wiedererkennt. Ihr lest Any Given Weekend, weil ihr die brillanten Spielanalysen eines Fans lesen wollt und dembowski ermittelt, weil euch hier eine literarische Figur schöne Geschichten durch die Saison hindurch erzählt. Und ihr lest dieses Blog aus Gründen, die ich nicht kenne. Die aber im neuen Jahr bleiben und sich vermehren werden.

Ich kann nicht laufen

20 Sep

Die Kilometeranzahl würde ich jetzt runterschrauben. Den letzten langen Lauf von ca. 28 km hätte ich am letzten wochenende absolviert. Morgen oder übermorgen würde ich das letzte mal auf die Bahn gehen und Sprints kloppen, wobei ich mich ernsthaft frage, wie ich das eigentlich machen wollte, so spät, wie ich derzeit von der Arbeit nachhause komme. Im Finsteren durch den Wald zu rennen, ist so eine Sache. Würde, hätte.

Wenn ich am übernächsten Sonntag, 2. Oktober, wie ich ursprünglich anvisierte, bei meinem achten Köln-Marathon mitmachen würde. Da meine Laufkumpanen noch über Terminschwierigkeiten klagten, hatten wir auf den Frankfurt-Marathon umterminiert. Im dem Fall wäre ich jetzt so wie sie noch mitten drin und sollte 80-100km die Woche schrubben.

Aber ich laufe nicht. Weil ich nicht nur eine Bronchitis habe, sondern auch einen Fersensporn. Seit Anfang Juli habe ich meinen Garmin Forerunner und SportTracks nicht mehr benutzt. Ich kann nicht laufen. Der Fuß schmerzt schon beim Gehen. Ich kann nicht laufen. Und ich weiß nicht, wann ich wieder starte. Zum Silvesterlauf? Zum Mannheim-Marathon 2012? Gerade wenn ich mit Tausenden von Bildern und Gedanken im Kopf abends nachhause fahre, wie derzeit der Fall, brauche ich den ausgleich so dringend, ich Getriebener. Stattdessen sitze ich hier und blogge. Sitze am Notebook wie sowieso den ganzen Tag. Und kein Ende in Sicht..

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