Deutschland und Obama

28 Jun

Nachdem ihr Kandidat, den ein antideutscher Linker kürzlich als typischen „europäischen Zombie“ hagiographiert hatte, ein Urteil des Obersten Gerichtshofes, das die Todesstrafe wegen Kindesvergewaltigung verbietet, kritisiert hatte, riefen sie ihn zur Ordnung. Die frühere Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), eine von vielen Enttäuschten, belehrte das potentielle Staatsoberhaupt des Demokratieexporteurs: „Herr Obama, die Todesstrafe gehört weltweit abgeschafft.“ Der Mannheimer Morgen fühlte sich zu einer Schlagzeile genötigt, die die Enttäuschung der auf das bessere Amerika hoffenden Journaille auf den Punkt bringt: „Bei der Todesstrafe denkt Obama so wie die meisten Amerikaner.“

Woraus folgt, daß er in den meisten anderen Fragen immer noch anders denke als die Mehrheit, die ihn im November aber dennoch gefälligst wählen solle.
Auch eine vermeintlich liberale Rechtsexpertin dürfte wissen, daß der amerikanische Präsident weder weltweit noch allein innerhalb der USA die Todesstrafe abschaffen kann. Darum ging es ihr und ihren Kollegen aber auch nicht. Vielmehr nutzten die Berliner Politiker sowie ihre Lohnschreiber die Gelegenheit zu signalisieren, daß das weiße Europa der Supermacht auch unter einem schwarzen Präsidenten der Demokratischen Partei moralisch überlegen sein wird.

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