Change ist machbar, Frau Nachbar!

29 Aug

Als John McCain vor einem halben Jahr von Larry King gefragt wurde, ob er eine Frau für die Vizepräsidentschaftskandidatin in Betracht ziehe, antwortete der Senator aus Arizona mit einem verschmitzten Lächeln: Es komme prinzipiell jeder großartige Amerikaner (und das implizierte: jede großartige Amerikanerin) in Betracht, die für die Führung der Supermacht bereitstehe für den Fall, daß ihm etwas passiere.

Freilich blasen die Kritiker jetzt in genau dieses Horn: Wie solle denn eine 44jährige Frau, die mal gerade seit zwei Jahren den fernen Staat Alaska regiere, in dem Fall, daß ein gewählter Präsident McCain nach ein, zwei Jahren über den Jordan gehe, als Commander-in-Chief den Krieg gegen den Terror fortsetzen? McCain habe diese strategische Wahl doch nur in Bezug auf das „Gewählt-werden“ getroffen, nicht in Bezug auf die Regierungsfähigkeit. Außerdem gebe McCain klar zu erkennen, daß er sich wohl ohne die Unterstützung der „Hillary Democrats“ keine Chancen auf den Sieg ausrechne.

Diese Einwände sind freilich zum größten Teil berechtigt. Allerdings waren es meist just jene Kritiker, die noch bis gestern immer hervorgehoben hatten, daß es bei dieser Wahl viel mehr um „change“ als um „experience“ ginge. Von den vier Kandiaten für die Ämter des Präsidenten und des Vizepräsidenten hat Frau Palin die meiste Erfahrung in einem Regierungsamt. Und warum wären Mitt Romney oder Tim Pawlenty qualifizierter gewesen, die sie ihre Staaten nur wenige Jahre mehr regiert hatten als Frau Palin ihr Alaska?

Der alte Haudegen aus Arizona ist wirklich für Überraschungen gut! Die gewitzte Entscheidung sagt eine Menge über die Dynamik des Mannes (Happy Birthday übrigens!). Und Frau Palin ist eine Konservative, die die Parteibasis beeindrucken kann, aber der von mir genannten Notwendigkeit, die GOP zu reformieren, gewiß nicht im Wege steht. Beispielsweise dürfte ihr Engagement gegen den Klimawandel dem der deutschen Bundeskanzlerin vergleichbar sein.

Ich erwarte nach wie vor sicher einen Sieg des Demokraten. Aber wer, meine Damen und Herren auf „Wechsel“ Hoffenden, würde den Regierungsstil in Washington D.C. wohl eher verändern?

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