Münchener Verhältnisse

30 Jul

Es ist offenbar kaum möglich, in München eine proisraelische Veranstaltung durchzuführen. Das war vor zwei Wochen zu erleben, als ein Vortrag von Justus Wertmüller, Redakteur der Zeitschrift Bahamas, zum Thema „Warum es um Israel geht – und nicht um Völker, Kulturen und Gemeinschaften“ im Neokeller angekündigt war. Der Neokeller stehe uns nicht zur Verfügung, sagte mir ein Freund aus München 48 Stunden vor Veranstaltungsbeginn. Der Vortrag wurde noch an dem Abend in das Lokal „Goldener Hirsch“ verlegt. Doch 145 Minuten vor Eröffnung – ich war bereits in München -klingelte bei besagtem Freund das Handy: Auch im Goldenen Hirsch könne die Veranstaltung nicht stattfinden. Bei dem Gastwirt seien Anrufe eingegangen, bei den Veranstaltern handele es sich um Rassisten, der Inhaber vom „Goldenen Hirsch“ befürchte nun ökonomische Einbußen. In den darauffolgenden 20 Minuten gelang es noch, den Vortrag schließlich in den Löwenbräukeller zu verlegen. Diese Raumänderung konnte schließlich (und logischerweise) nicht mehr in den Social Networks bekanntgegeben werden. Ein Wunder, dass dennoch an die 70 Leute zur Veranstaltung umgeleitet werden konnten.

Der Vortrag wurde mitgeschnitten und steht hier zur Verfügung. An den Vortrag schlossen sich übrigens für mich die schönsten 24 Stunden an, die ich bisher in der bayerischen Landeshauptstadt genießen durfte. Und außerdem weiß ich jetzt auch, wer Edwin Erich Dwinger ist.

UPDATE(08.08.2010):
Bericht des Veranstalters

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