Traurig über vieles

10 Sep

Tja, dass uns irgendwann jetzt doch mal wieder eine Heimniederlage ereilen würde, habe ich befürchtet. Und die heutige war klar verdient. Das dürften die meisten Blogger und Kommentatoren nicht anders schreiben als ich: Das Mittelfeld fand halt einfach nicht statt und Robert hing vorne alleine im Leeren. Kagawa steht neben sich, Ilkay Gündogan spielt noch immer sehr unsicher und Kevin war außergewöhnlich schwach. Da war kein Tempo drin. Und Ballverluste, so unglücklich wie schon im Spiel gegen Nürnberg vor drei Wochen. So konnte das nichts werden. Der Kampf in den letzten Minuten war natürlich wunderschön, half aber dann auch nicht mehr, um noch wenigstens einen Punkt mitzunehmen und zuhause weiter ungeschlagen zu bleiben. Die durchgeführten Wechsel habe ich bis jetzt immernoch nicht verstanden.

So weit so schlecht. Jetzt wäre es viel wichtiger, sich Gedanken über die weitere Entwicklung der Mannschaft zu machen und den Fokus vor allem  auf das spiel gegen Arsenal am Dienstag zu legen, aber Egozentriker, der ich bin, beschäftige ich mich ja gerne mit mir selbst. Folgendes: Bei facebook hatte ich meinen Unmut über jene „Fans“ geäußert, die 10 Minuten vor Spielende schon das Stadion verlassen hatten und am Ende der ersten Halbzeit ihre Mannschaft auspfiffen. Das warscheinlich schon mein entscheidender Fehler, zumal es ja insgesamt über die Fan-Unterstützung heute nix zu maulen gibt. Jedenfalls hatte ich mich dann zu der Bemerkung hinreißen lassen, daß diese „Fans“ besser in die Arroganz-Arena nach München passten. Dann warf mir jemand vor, „widerwärtigste Ressentiments“ zu vertreten. Die meisten werden jetzt müde gähnen oder haben schon aufgehört zu lesen. Ich selbst empfand den Vorwurf erstmal als wohltuend, denn prinzipiell gelte ich als „lieber Kerl“, der ich aber gar nicht immer sein will, und wenn ich es schaffe, mal bei Leuten als Arschloch zu gelten, sehe ich darin meist ein Erfolgserlebnis. Wenn so ein Vorwurf aber von jemandem kommt, von dem ich viel halte, macht mir das dann doch zu schaffen. Und zwar knabber ich daran stundenlang. Ich bin immernoch leicht betrübt. Dass der Großteil der Bayern-„Fan“gemeinde leidenschaftslose und erfolgsveröhnte Sympathisanten sind, muß ich den meisten Lesern nicht erklären. Das ist und bleibt Fakt. Ändert nix daran, daß mir diese überflüssige Diskussion für den heute den Rest gegeben hat.

Aber alles entsetzlich belanglos, wenn ich bedenke, daß im Westfalenstadion heute ein Fan vor dem Spiel gestorben ist. Darüber sprechen auch die Medien sehr wenig. Ich bin am Ende dieses Tages traurig. Wegen allem. Passende Stimmung zum kommenden 11. September.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: