Das Haus

13 Nov

Hin und wieder kam es vor, daß ich mich auf dem Haus wohl fühlte. Wieviel Zeit ich hier verbracht hatte. Wie ich mich hier immer wieder stundenlang von den wichtigen Dingen abgelenkt hatte, wie ich über Jahre hinweg den Blick für das Wesentliche verloren hatte und vor mir selbst davon gelaufen war. Hier stand ich immer neben mir und tat anderen Menschen weh. Hier erheiterte ich aber auch den ein oder anderen und stieß emotional an meine Grenzen.

Noch heute werde ich nervös, wenn ich die Treppen zu diesem Häuschen hochsteige. Wo ein künstliches Lachen schon immer viel öfter zu hören war als eines vom Herzen. Wo Männer sich gegenseitig verachten. Wo Haß und Kameradschaft Hand in  Hand gehen. Wo man Freundschaft zum Prinzip erhoben hat.

Wie oft saßen wir auf dem Balkon und erklärten ihn zu einem der schönsten Plätze der Welt. Immer wieder beschwörten wir den schönen Blick auf den Neckar, das Schloß, das ewige Panorama. Wir.

Ich hatte mich selbst aufgegeben. Ich bin von dem abgekommen, was eigentlich mal mein Metier gewesen wäre oder hätte sein können. Hier an diesem Ort, an dem die Generationen sich treffen. An dem für so vieles nur Verachtung und nichts als Verachtung übrig hat. Wo siegt, wer am lautesten ist. Wo ich immer fremd geblieben war.

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