An einem Donnerstagabend

12 Jan

Allein am Tisch verweilte ich im Gasthaus und inhalierte meine Currywurst und zwei Jever. Immer esse ich in diesem Gasthaus Currywurst mit Pommes und trinke ich Jever. Schräg gegenüber saß eine Gruppe junger Amerikaner, die für den Tisch eigentlich zuviele waren, und unterhielten sich über Social Security. Hier saß ich nicht mehr junger Amerikaner und unterhielt mich mit mir. Hinter mir zwei junge Deutsche, Studenten, die sich über die „Junge Freiheit“ und „rechtskonservativ“ unterhielten. Aber die Zeiten waren doch längst vorbei.

Plötzlich kam ein alter Mann im dunklen Anzug herein taperte an meinem Tisch vorbei. Er fiel aus der Rolle, aber ich nahm zunächst nur ganz am Rande  zur Kenntnis. Er kam wieder zurück und fragte mich, ob bei mir noch ein Platz frei sei. Es hätte Karl-Heinz Rummenigge im Alter von 85 Jahren sein können. Er zitterte, studierte eindringlich die Karte und bestellte eine Suppe und ein Bananenweizen. Er sah müde und verlassen aus. Hinter mir die Studenten, die von Abteilungen in Düsseldorf schwadronierten. Ich verabschiedete mich, ließ den alten Mann allein.

Eine Antwort to “An einem Donnerstagabend”

  1. xy Januar 25, 2012 um 9:53 am #

    Schön geschrieben!

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