Hail to the Redskins

24 Jan

Kurz vorm Superbowl stelle ich fest, daß der American Football bei twitter und einigen deutschen Fußball-Bloggern auf erhöhtes Interesse stößt. Vor allem daß der BVB-Kollege vom Tinneff Blog angefangen hat, über die NFL zu schreiben, finde ich sehr begrüßenswert.

Ich bin mit diesem Sport aufgewachsen. Und doch war er eigentlich immer egal. Ich gehöre nicht zu denen, die schon als kleiner Junge mit Papa im Westfalenstadion saßen. Obwohl mein Vater sportbegeistert ist. Mit ihm saß ich beim Football. Mit 8 war ich bei den Tampa Buccuneers, die gegen die Cincinnati Bengals verloren, das war 1986. Ein Jahr später nochmal, da gewannen sie 31:30 gegen die Washington Redskins. Bei den Rothäuten ging es dann weiter. Nachdem Vater nach Alexandria/Virginia gezogen war, ging es fast bei jedem meiner zahlreichen Besuche ins Robert F. Kennedy Memorial Stadiumin den District. Die Spiele gingen leider meist an mir vorbei. Ich saß immer ganz verträumt im Stadium, schwebte geistig in anderen Sphären oder aber beobachtete die Menschen um mich herum. Seit Ende der 90er ging es dann im riesigen FedExField weiter. Was mich vor allem beeindruckte, war die BBQ-Parties vor dem Spiel auf dem Parkplatz. Wir parkten mit Bekannten eng aneinander, holten die Plastikstühle, Salate, Gesöff und den Grill aus dem Auto und setzten uns auf dem Parkplatz in große Runden. Nach dem Spiel folgte der zweite Teil.

Was mich nach einem Redskins-Spiel 2002 besonders faszinierend fand, war wie ich mit einem etwa Gleichaltrigen dann nach dem Spiel über den Parkplatz spazierte. Ich bin ja nun selbst Amerikaner, war zu dem Zeitpunkt 24 und hatte was weiß ich wieviele USA-Besuche hinter mir und auch das meiste vom Land schon gesehen. Eigentlich dachte ich, bräuchte mir niemand mehr was über die Amerikaner erzählen. Die Erfahrung lehrte mich eines Besseren. Mein Bekannter machte an jedem Auto mal halt, sprach irgendwelche Wildfremden an und redete mit denen so, als würde er sie seit dem Sandkasten kennen. „Ey Mann, wie geht es dir?“ „Oh Scheiße, du weißt doch, wie das Leben spielt. Soviel Arbeit, ich kann gar nicht mehr denken.“ Und in dem Stil ging es weiter.

Heute lebt mein Vater in der Pampa und gönnt sich seit der Rezession auch keine Dauerkarten und keine teuren Reisen mehr. Schluß mit NFL, gone are the happy days. Und ich sitze in der Kurpfalz mit dem Laptop und frage mich, warum mich American Football nicht geprägt hat. Ist doch ein schöner Sport. Gut, die Redskins spielen sich seit einigen Jahren eine ziemliche Scheiße zusammen, aber die Liga müßte ich doch verfolgen. Was soll´s? Ich stehe auf und singe aus Leibeskräften:

Hail to the Redskins

Hail victory

Braves on the Warpath

Fight for ol DC

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