Wahre Worte

2 Feb

Was die Fans betrifft, hat der Journalist den Blick des Zoobesuchers: Aus großer Entfernung, hinter Zäunen oder anderen Absperrungen wird geschaut, ob die lustig anzusehenden Männchen ihre netten Liedchen singen, zum richtigen Zeitpunkt zu La Ola die Hände nach oben reißen oder sie sich danebenbenehmen. Fans gelten vor allem außerhalb des Stadions als Pöbel, mit dem man sich besser nicht umgibt. Diese Verachtung proletarischer Öffentlichkeit ergibt sich zwangsweise aus der Perspektive, mit der Sportjournalisten ein Spiel betrachten. Es ist die Perspektive derer, die glauben, nur das Geschehen auf dem Rasen sei wichtig. Und von dem glauben sie, es habe nichts mit der Gesellschaft zu tun und sei irgendwie vom Himmel gefallen.

– Martin Krauß, konkret 02/2012, S. 51

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