Selbstüberwindung

5 Aug

Der blonde Bär hatte mich erst inspiriert als er gestorben war. Der Schlagmann des Deutschland-Achters, der bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul Gold unter Ralf Holtmeyer geholt hatte. Nicht daß ich auch sterben wollte, aber ich wollte etwas leisten, alles aus mir herausholen, und letztlich doch vorbeigehen, mich auflösen, mich ruhigstellen, den Körper nicht mehr süren.

Bahne Rabe hatte sich nach seiner Karriere zu Tode gehungert. Ich begann im Sommer 2003 mit dem Rudersport, hörte allerdings auch nach etwas mehr als einem Jahr schon wieder damit auf. Denn ich kleiner Freizeitsportler hatte bereits als Langstreckenläufer Erfolge. Bescheidene Erfolge, aber ich konnte meinem Seelenschmerz so entfliehen. Ich schraubte im Herbst 2003 meinen Trainingsumfang immer höher, spulte bis zu 140 km in der Woche ab. Die meisten Wettkampfzeiten blieben unter meinen Erwartungen. Aber vor allem reichten auch die Erschöpfungen nicht aus. Der Schmerz blieb und bleibt.

Bahne Rabe ist heute vor zwölf Jahren gestorben. Der Deutschland-Achter hat bei den Olympischen Spielen letzte Woche erstmals wieder Gold geholt. Mit einem lachenden Filip Adamski von der Mannheimer Rudergesellschaft Baden, der ich nach wie vor angehöre.  Aufgrund einer Fußverletzung kann ich weder laufen noch rudern. Aber Hungern ist auch keine Lösung. Und Adamski wünsche ich alles Gute!!

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