Bellheim – Blut ist an der Nummer

4 Aug

Es war mein längstes Rennen seit knapp drei Jahren. Die letzten 48 Stunden waren so heiß, daß wir alle keine guten Bedingungen erarten konnten – in Bellheim nicht der erste Saunalauf. Beim Start um 19 Uhr knallte die Sonne noch ordentlich. Bellheim feierte Jubiläum: es war der 30. Sommernachtslauf.

Ich kam gut aus dem Start raus, hatte wenig Mühe auf meine gewünschtes Tempo zu kommen. Den ersten Kilometer noch vor mir, blieb Achim dann erst mal hinter mir. Aus Bellheim endlich draußen, war bereits mehr als das erste Fünftel geschafft. Ich hatte ein starkes Bedürfnis nach Wasser. Das war früher in den seltensten Fällen so, aber diesmal spürte ich den Wasserverlust deutlich. Eine lange, ganz gerade Strecke auf der Bundesstraße durch den Wald. Kilometer 10 passierte ich mit 51:57 min.  Auf etwa der Hälfte der Strecke läuft Achim, ohne mich zu sehen, links an mir vorbei. Es kühlt deutlich ab, ein angenehmer Gegenwind tut sich auf, aber ich merke bereits, ich kann nicht schneller. Nach einer Weile dem Sonnenuntergang entgegen, geht es durch den nächsten Ort, die Kilometer fliegen an mir vorbei. Hatte Achim mich noch vor dem Start gefragt, ob ich für 25 km wirklich Pflaster auf den Brustwarzen brauche, merke ich jetzt, daß beide Pflaster offensichtlich ab sind, die Brustwarzen brennen. Den Halbmarathon durchlafue ich mit 1:52:07 h. Die letzten 3,5 km tue ich mich verdammt schwer. Die Beine werden müde. Habe ich noch einfach nicht genug Kilometer in den Beinen oder bin ich im Gegenteil übertrainiert. Mit 02:15:11 h komme ich ins Ziel.

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Wer den letzten Blogpost gelesen hat, weiß, dass dies meine schlechteste Bellheim-Zeit ist, gleichzeitig aber dem entspricht, was ich erwartet hatte. Denn liegen zwischen der 02:01 h, die ich vor drei Jahren auf der Strecke gelaufen bin, und meiner gestrigen Leistung Welten. Und das  Ziel einer neuen Bestzeit beim Köln-Marathon ist damit noch nicht näher gekommen.

Als ich am Rande halb stehe, halb sitze und mir einen Becher Tee nach dem anderen einschenke, bemerke ich, dass meine Startnummer (76) an den Rändern mit Blut vollgesogen ist. Das sieht putzig aus, weil man am schwarzen Shirt sonst nichts sehen kann. Ich weiß aber auch, meine Brust benötigt noch viel besseren Schutz.

Letztlich waren die Temperaturen prima, allzuviel Abkühl benötigte man nicht. Bellheim ist ein herrlich flacher Lauf, der zur Marathonvorbereitung einfach optimal bleibt.

(Bild aus der Galerie von Constanze Wagners Laufreport.de)

Eine Antwort to “Bellheim – Blut ist an der Nummer”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Marathon-Trainingstagebuch: Das war Woche 6 | Power of Will - August 5, 2013

    […] ging es dann zum Sommernachtslauf in Bellheim. Sonntag folgte ein  Regenerationslauf über 8 km (6:54 min/km). Eigentlich der erste wirklich […]

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