Archiv | Business RSS feed for this section

Musk World – Rezension von Ashlee Vance, Elon Musk: Tesla, SpaceX and the Quest for a Fantastic Future

6 Sep

Wer heute über Innovationen redet und sich dabei ein Gesicht vorstellt, denkt nicht mehr unbedingt an Steve Jobs. Dessen Verdienste bleiben unbestritten. Aber zwischen dem Silicon Valley und Los Angeles pendelt ein Mann, der daran arbeitet uns zum Mars zu bringen, uns den Weg von L.A. nach San Franciso oder D.C. nach New York in 20 bis 30 Minuten zu ermöglichen und in feschen E-Luxusautos durch die Gegend schickt. Die Rede ist von Elon Musk.

Ich frage mich sowieso, wie man CEO von zwei Unternehmen gleichzeitig sein kann, aber Musk ist nicht nur CEO von Tesla und SpaceX, er ist auch Chairman von SolarCity. Im Mai dieses Jahres erschien mit Elon Musk: Tesla, SpaceX and the Quest for a Fantastic Future ein Buch, das erstmals die prickelnde Lebensgeschichte von Musk und die spannende Historie seiner Unternehmen erzählt.

Einem größeren Publikum dürfte Musk Ende der 90er als CEO von PayPal bekannt geworden sein. Musk wucvhs in Südafrika auf, mit 12 Jahren sein erstes Computerspiel programmierte und verkaufte. Musk kam aus einer Unternehmerfamilie, die ihre Ursprünge in Kanada hatte. So machte Musk sich mit 17 nach Kanada auf. As Student der Physik kam er schließlich in die USA. Mitte der 90er gründete er zusammen mit seinem Bruder das Unternehmen Zip2, die in der Anfangszeit des Internet Unternehmen davon überzeugen wollte, dass sie einen Online-Eintrag benötigen. Die beiden Musks mieteten ein primitives Büro, wo sie auch schließen und sieben Tage die Woche in so gut wie jeder wachen Stunde arbeiteten – geduscht wurde in der YMCA. Sie wurden erfolgreich. Es folgte das Unternehmen X.com, das später mit Peter Thiels Confinity zu PayPal fusionierte. Nach dem Verkauf von PayPal an Ebay für 1,5 Mrd Dollar wurde die Gründungsriege dieses Unternehmens als die „PayPal Mafia“ bekannt. Dazu gehörten neben Thiel (später erster Investor in Facebook) und Musk Figuren wie Reid Hofmann (heute CEO von LinkedIn), Max Levchin oder auch die Youtube-Gründer Steven Chen und Chad Hurley.

Doch statt die nächste Online-Firma zu gründen überlegte Musk sich, in Raumfahrt zu machen, und flog nach Russland, um Raketen zu kaufen (er entschied sich dann, die Raketen lieber selbst zu fertigen). SpaceX hat die USA nach Jahren des Stillstands in der Raumfahrt wettbewerbsfähig gemacht. Das Ziel ist, den Mars bewohnbar zu machen und zu kolonisieren. Drunter geht’s nicht. Zeitgleich ist Musk CEO von Tesla. Das Unternehmen dürfte heute das einzig wirklich innovative Unternehmen der Automobilindustrie sein – in den letzten zehn Jahren hat das Unternehmen Dinge möglich gemacht, von denen anfangs jeder felsenfest behauptet hätte, dass sie unmöglich sind.

Musk wollte ursprünglich nicht mit Ashlee Vance für das Buch kooperieren, war aber von der Hartnäckigkeit des Wirtschaftsjournalisten schließlich doch überzeugt. Das Buch basiert auf unzähligen Interviews mit Musks Vertrauten, aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern seiner Unternehmen sowie Msuk selbst. Der Leser merkt, wie fasziniert Vance selbst von dem überwältigenden Eifer des Mannes ist. Es ist das beste Buch, das ich dieses Jahr bisher gelesen habe – es gibt einem dem Glauben daran zurück, dass der technische Fortschritt doch noch nicht ganz tot ist und eine bessere Zukunft möglich.

Über die Berufung einer "Chef-Heuschreche"

12 Aug

Über die Berufung von Daniel Akerson zum neuen CEO von G.M.:

Die Ernennung von Daniel Akerson zum neuen Chef von General Motors ist ein faszinierender Beleg, wie unterschiedlich die USA und Deutschland die Spätfolgen der Finanzkrise aufräumen. Die Amerikaner im Zweifel pragmatisch; die Deutschen lieber ideologisch. (….)

Doch kein Freiheitskampf in Eisenach

10 Sep

„Berlin scheitert mit Opel-Plan“ titelte gestern noch die Financial Times Deutschland. Die Bundesregierung rechne nicht mehr mit der von ihr gewünschten Lösung. „Die wollen einfach die Russen nicht“ habe es aus Regierungskreisen geheißen.
Am frühen Nachmittag zeichnete sich heute die „Kehrtwende“ Nr. 2 ab. „April, April, wir verkaufen doch an Magna“ erklärte GM. Was muß der Bundeskanzlerin da ein Stein vom Herzen gefallen sein. Und sie ließ die Öffentlichkeit nicht lange auf ihre genugtuerische Verkündigung des Deals warten.

Wirklich überraschend war diese Nachricht nun nicht. Ein Verbleib der Adam Opel GmbH bei GM stellte sich bei auch nur halbwegs nüchterner Betrachtung als vollkommen illusionär da. Mögen Merkel, Steinmeier, Koch und Konsorten den Verkauf nun auch als ihren Erfolg feiern, so täuscht dies alles nicht darüber hinweg, daß dieses Geschäft wirtschaftlich äußerst fragwürdig war, ist und bleibt.

Arbeitsmarktpolitisch machte das Engagement von Bund und Ländern überhaupt keinen Sinn. Jeder Arbeitsplatz, der bei Opel erhalten bleibt, wird woanders abgebaut. Die Überkapazitäten am Markt müssen ab- und ausgebaut werden. Und bei der Unsicherheit, die im Automobilmarkt auch in Bezug auf die kurzfristige Entwicklung herrscht, wird auch Magna für nichts garantieren können.
Daß ausgerechnet die beiden deutschen Verteter in der Treuhand gegen den Deal stimmten bzw. sich enthielten, ist ein Treppenwitz. Die Begründung von Wannemer spricht für sich: Opel produziert viel zu wenig, um effizient zu sein.
Die Frage, warum sich Magna überhaupt für Opel interessiert, bleibt weiterhin recht dunkel. Gleiches gilt für eventuelle politische Absprachen Berlins mit Rußland.

Doch sei vorerst Klaus Franz der Triumph gegönnt. Er, der sich selbst für den eigentlichen Retter von Opel hält, wird von den Cowboys aus dem Mittleren Westen erlöst, und muß morgen doch nicht in Eisenach um das „Symbol der Freiheit“ ziehen.

OPEL und Industriepolitik

25 Aug

Abrecht Prinz von Croy schreibt über das Opel-Drama:

Haben nicht alle gewarnt? Aber die Damen und Herren Wahlkämpfer sind taub
gewesen. Jetzt haben sie den Salat: die Causa Opel zeigt exemplarisch, dass der
Staat tunlichst auf „Industriepolitik“ verzichten sollte. Er macht sich nur
erpressbar!

Ich stimme voll und ganz damit überein, daß Merkel und insbesondere Steinmeier in dieser Sache unendlich dumm agiert haben. Und obwohl ich den Ärger in Rüsselsheim über die Mutter aus Detroit nachvollziehen kann, finde ich es herrlich anzuschauen, wie GM deutsche Politiker dösig aus der Wäsche gucken läßt, eben weil diese sich ihre Situation selbst zuzuschreiben haben. Überdies denke ich, daß ein Zuchlag für Magna gesamtwirtschaftlich gesehen die denkbar schlechteste Lösung wäre. Und es war von Anfang an falsch, Opel zu einem solchen Politikum aufzublasen.

Aber grundsätzlich unsinnig finde ich es daraus zu schlußfolgern, daß Industriepolitik stets zu solch unerwünschten Ergebnissen führen muß. In diesem speziellen Fall hatte man ein Unternehmen „um jeden Preis“ retten wollen, das einem nicht gehörte. Das ist nicht das, was mit dem Begriff einer aktiven oder reaktiven Industriepolitik gemeint ist.

Absprachen mit Rußland?

24 Aug

Holger Appel stellt die richtige Fragen:

Warum nur fährt die Kanzlerin so schweres Geschütz auf und nimmt
Wettbewerbsverzerrungen wie auch das Risiko des Kreditausfalls in Kauf? Für die
Bundestagswahl kann Opel kaum entscheidend sein, zumal die Mehrheit der
Bevölkerung die Staatshilfe ohnehin ablehnt. Ist das Amt von Dieter Althaus in
Thüringen derart gefährdet, dass eine positive Nachricht über das eigentlich
überflüssige Opel-Werk in Eisenach noch in dieser Woche her muss? Oder gibt es
Absprachen in ganz anderen Dimensionen mit Russland? Der Druck aus dem
Kanzleramt wirft eine Menge Fragen auf und liefert keine Antworten.

Frohe Pfingsten

30 Mai

Google Wave, ein neues Kommunikationstool, die Neuerfindung von E-Mail

Wie entscheidend sind eigentlich CEOs, fragt sich Harris Collingwood

Daniel Schikora kommentiert die jüngsten bezeichnenden Äußerungen des CSU-Europapolitikers Posselt zum Mafia-Staat Kosovo

Ivo Bozic fasst das „Ohnesorg-Theater“ zusammen und zeigt, daß der Fall Kurras gerade Konservativen Anlaß dazu sein sollte, ihre Positionen von 1967ff. zu überdenken

Daniel Fallenstein interviewt MdB Frank Schäffler (FDP)

Merckle

6 Jan

Man soll eben nicht so hoch baggern. Dann kann man auch nicht so tief fallen. Was sich manche für einen Kleinbürgerstreß machen…