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Also Finale

16 Apr

Also Finale. Da habe ich mich lange Zeit nicht mit dem Gedanken anfreunden können, das Pokalfinale zu erreichen, da man ja dann von den Bayern gedemütigt würde, und nun freue ich mich richtig drauf. Das dritte Pokalfinale in sieben Spielzeiten. Das Dritte Finaljahr in Folge. Das sind so traumhafte Zeiten. Und natürlich möchte ich nach Berlin fahren. Und natürlich glaube ich an einen Sieg. Noch 31 Tage. Berlin, Berlin! 

Die Milchbar oder Thanksgiving am Samstag

26 Nov

Thanksgiving war schon rum. Der Tag ist in Deutschland nun mal kein Feiertag, mag man hierzulande auch inzwischen Halloween feiern, Truthahn verspeisen sie hier nicht Ende November. Früher als Student reiste ich schon mal fürs verlängerte Wochenende zu meinem Vater nach Virginia und später dann noch North Carolina. Heute kann ich mir nicht mehr dauernd freinehmen und somit geht es samstags nach Berlin.

Dort nämlich laden seit zwei Jahren mein Freund Stephan, im Netz früher besser bekannt als hegelxx, und seine Freundin Claudia, zum Thanksgiving-Dinner. Und so verschlug es mich nach Berlin, obgleich doch meine Borussia bei mir in der Nähe, nämlich beim Karnevalsverein in Mainz gastierte. Und wo schaut man Fußballspiele in Berlin?

In der Milchbar! In der ich vorher noch nicht war. Aber nachdem wir Freitagabend spät mit einer Gemischtes Doppel (Gremliza/Tomayer) auf Großleinwand und einem Notarztbesuch das Wochenende eingeläutet habe, ich Samstag früh den Hund meiner Bekannten anderthalb Stunden Gassi geführt hatte, fuhr ich nach Kreuzberg.

„Hast du mich gerade gesiezt und nen Kaffee bestellt? Raus! Da ist die Tür!“ meinte die Frau hinter der Theke zu einem Mann neben mir. Als ich um 14 Uhr die außerordentlich dunkle und mittelgroße Kneipe betrat, war es noch recht leer. „Heute wird es nicht voll“, hieß es. Was völlig falsch war, denn um 15.30 Uhr war der Laden schwarz-gelb bis zum Anschlag gefüllt. Mir war das fast peinlich, denn ich hatte meine Fankleidung zuhause gelassen – abgesehen vielleicht von meiner Armbanduhr. Sie schenkten mein Lieblingspils Jever aus, von dem ich mir natürlich gleich drei große Gemäße genehmigte. Natürlich ist so eine Fankneipe alles andere als ein Stadionersatz, aber es ist schon sehr schade, daß es diese Milchbar nicht in Mannheim gibt. Den Laden kann ich nur jedem Berliner und Berlin-Reisenden bestens empfehlen.

Doch Thanksgiving ging nach dem Sieg gegen Mainz und dem Unentschieden auf Schlacke erst richtig los. Stephan und Claudia tischten ein vorzügliches Mahl auf – dazu gab es jede Menge Weißwein. Dafür nochmal herzlichen Dank!

Mein 12. Mai

19 Mai

12. Mai 2007 – wann immer ich das Datum hörte, ging mir das Herz auf. Dieser Samstag – im Mai, genau eine Woche vor meiner wohl größten Marathonleistung ever. Hoffnung, Aufblühen, wissen, daß es doch noch immer geht, das waren so schöne Gefühle, wie einst im Mai. 12. Mai 2007 – dieses Datum kannte jeder.

Ende Februar 2011. Einige BVB-Blogger lassen sich nach dem 1:3-Sieg in München darüber aus, daß der emotionale Höhepunkt erreicht sein dürfte. Die Mannschaft hatte uns mit glücksgefühlen nur so überhäuft. Wir wollten die ganze Welt umarmen. Was sollte da noch kommen?

Doch, nein. Es kam der 12. Mai 2012. Berlin. Erstes Pokal-Finale seit 2008. Aber diesmal als Deutscher Meister. „Ooh, ein BVB-Fan“ staunte die Freundin von Priesterzions. Ich hatte sie erst kürzlich kennengelernt. Im Flic-Flac, Mannheims bester Fußball-Kneipe (das nur so als Tip für alle Fußball-Fans in der Kurpfalz) füllte es sich, ein paar Studis in Zivil, ein paar grimmige vom Team Telekom und Schwarz-Gelbe. Wir waren in der Überzahl, und das in Süddeutschland, wo die Bayern-Fans immer ein Übergewicht hatten. Doch wir leben im Zeitalter von Jürgen Klopp.

Ich war nervös und angespannt. So nervös und angespannt wie vor einer studentischen Mensur. Viel konnte nicht passieren. Wir waren Meister. Rekord-Meister. Und bis ins Finale vorgestoßen. Aber eine Niederlage gegen die Bauern im olympiastadion würde diese grandiose Saison ungut beenden. Soviel war klar.

Beim Führungstor in der dritten Minute springt eine junge Dame am Nebentisch auf, dreht sich dreimal im Kreis, schreit auf und beginnt, eifgrig zu klatschen. Fortan klatscht sie bei jeder Balleroberung des BVB. „Mark, das wäre die perfekte Frau für dich“, meint Priesterzions.

Ausgleich. „Auf geht’s Bayern, schießt ein Tor“ fängt nun die Freundin von Priesterzions an. Ach so. Doch nicht allzu lange später beim Stand von 4:2: „Haben die Bayern eben ein Tor geschossen? Hab ich ja gar nicht mitbekommen.“ „Ja, das juckt hier halt keinen.“

Beim 5:2 kann ich mich nicht mehr halten. Ich springe auf und will nicht mehr runterkommen. Träume ich oder wache ich? Wahn oder Wirklichkeit? Ich bin den Rest der Nacht wie auf Droge. Ein geknackter Jackpot im Lotto hätte mich emotional nicht auf diese Ebene bringen können. Das Double. Ein 5:2 gegen die Bayern. Der fünfte Sieg in Folge. Meine Güte, Rummenigge hatte recht, als er Walt Disney zitierte. Alle Träume können wahr werden. Und noch jetzt eine Woche später schmelze ich dahin. 12. Mai 2012 – das würde fortan das Datum aller Daten sein. Der Tag , der uns in künftigen dunklen Zeiten Mut machen würde. Wir waren die Wiedergeborenen. Unser ganzes Leben, unser ganzer Stolz!