Tag Archives: Borussia Mönchengladbach

In der Zwischenzeit

18 Okt

Ich saß in einem Kleinbus auf dem Rückweg aus Nürnberg  und es begann das Spiel in Frankfurt. Zur zweiten Halbzeit schaffte ich es gerade so nachhause. Wir kassierten spät noch den Ausgleich und frustriert ging ich ins Bett.

Ich saß vier Tage später im Westfalenstadion. Heute werde der Tag sein, an dem Reus ins Spiel käme und wir würden zu Null gewinnen, meinte ich zu Freunden. Reus spielte auf die Borussia aus Dortmund bezwang die Borussia vom Niederrhein 5:0. Döp döp döp.

Ich saß am Tag der Deutschen Einheit auf der  Couch und die Fans waren auf der ganzen Insel zu hören. Borussia spielte grandios auf. Wir kassierten gegen Manchester City spät den Ausgleich durch einen unsinnigen Elfmeter und frustriert ging ich ins Bett.

Ich saß vier Tage später im Flieger nach Las Palmas und Borussia spielte in Hannover. Wir kassierten spät den Ausgleich und frustriert ging ich in eine Strandbar, um el Clásico zu schauen. Mir begegneten dort Tim und Daniele. Tim arbeitet im Westfalenstadion.

Ich sitze am Schreibtisch und fiebere dem Derby entgegen. Vorher werde ich jedoch unsere Amateure besuchen, worauf ich mich besonders freue. After all – Blogging is back!

Die neue Nr. 11

8 Jul

Mit großer Spannung erwarten viele Fans die Rückkehr von Marco Reus, der jetzt seit genau einer Woche beim Ballspielverein unter Vertrag steht, auf den Platz. 

Ich gehöre zu ihnen.  Wenn im Mittelfeld mit Großkreutz-Reus-Götze gespielt wird, wird es an dieser Stelle aus drei Dortmundern geformt. Götze ist immerhin im Alter von 9 Jahren schon nach Dortmund gekommen; Großkreutz und Reus sind gebürtige Dortmunder. Marco wuchs im Stadtteil Körne auf, könnte mir als kleiner Junge daher öfter mal über den Weg gelaufen sein, denn in Körne hielt ich mich zu den Lebzeiten meiner Großmutter, die im östlich benachbarten Wambel wohnte, sehr oft auf. Reus ist ein grundsympathischer Typ, der den BVB wohl im Herzen trägt, und einen in der letzten Saison mit seinem Fußball verzauberte. Sein erstes Tor im Rückspiel von Borussia Mönchengladbach gegen den FC Bayern München riß mich vom Stuhl. Die Wahl zum Spieler der Saison kam wenig überraschend. Und er befindet sich mit seinen 23 Jahren immernoch in einem frühen Stadium seiner Entwicklung.

Man sollte allerdings bei seinen Erwartungen schon realistisch bleiben. Es ist nicht so, daß Marco in Schwarz-Gelb einläuft und dann eine Bude nach der anderen macht beziehungsweise genau dort weitermacht, wo er in Gladbach aufgehört hat. Der muß sich auch erstmal im Klopp’schen Kader zurechtfinden. Das ist jetzt keine besondere Weisheit, aber ich finde, daß einige ein bißchen viel von ihm erwarten und umso mehr enttäuscht sein werden, wenn es an den ersten Spieltagen noch nicht so läuft. Im Fußball leben die Bewertungen leider von Momentaufnahmen.

Sicher bin allerdings auch ich mir, daß er letzten Endes groß rauskommen und uns einige Jahre Freude machen wird, auch wenn sein BVB nicht die letzte Station sein dürfte. Jedenfalls: Er hat die Dortmunder Fußball-DNA.

Zwei Ereignisse ohne Zusammenhang – Fankongreß und Wintercup

15 Jan

Ein bißchen was los war dieses Wochenende dann doch. Der Fankongreß in Berlin war mir im Voraus wirklich vollkommen egal, aber im Nachhinein betrachtet finde ich es schon wieder schade, daß ich nicht dabei war. Denn das Gefühl, engagiert zu sein und irgendwas zu bewegen oder zumindest bewegen zu wollen, ist doch ein schönes. Und dann habe ich auch noch Diskussionen mit dem Ermittler dembowski als Moderator verpasst.  Zum Kongreß sind hier sehr die Berichte von Fabian Fiedler sehr zu empfehlen.

Und heute Nachmittag war ein unspektakulärer Wintercup in Düsseldorf zu verfolgen. Der amtierende Deutsche Meister zeigte sich im Düsseldorfer Rheinstadion über 45 Minuten gegen Fortuna in guter Form. In Führung ging der BVB mit einem Treffer durch Kagawa, kurz drauf folgte mit einem wahren Hammertreffer von Christian Wagner der Ausgleich. Perisic scheiterte kurz vor knapp mit einem Pfostentreffer. Im Elfmeterschießen haben dann eben Götze und Hummels verschossen. Zumindest bei Götze zählen Elfer wirklich nicht zu seinen Stärken. Hat jedenfalls nicht geschadet, es mal wieder geübt zu haben. Dennoch war der BVB mehr zwanzig Minuten lang drückend überlegen. Ein wunderbarer Angriff durch Lewandowski kurz vor Schluß war nur einer der Glanzmomente.  Das Spiel um Platz 3 gegen Werder Bremen war über die längste Strecke langweilig. Der Ballspielverein gewann durch einen Treffer von Mohamed Zidan.

Fortuna setzte sich im Finale auch gegen Borussia Mönchengladbach durch, gewann also den Wintercup und wurde – vor allem durch das gewonnene Elfmeterschießen gegen den BVB – ein ganz klein wenig für die Niederlage im Pokalspiel vor fast vier Wochen entschädigt. Ich hätte im Übrigen wirklich nichts dagegen, wenn Fortuna aufstiege.

Und nach dem, was ich heute und vor einer Woche im Testspiel gegen Standard Lüttich gesehen habe, mache ich mir im Moment wenig Sorgen um den Beginn der Rückrunde.

UPDATE: Ein Zusammenhang dieser Ereignisse – das hatte ich schon wieder vergessen – kommt einem natürlich schon in den Sinn. Bei dem Fangreß ging es freilich unter anderem um Pyrotechnik. Und was geschah heute in Düsseldorf – na klar, es flogen – vermutlich aus dem BVB-Block – Böller auf den Rasen. Das lasse ich mal so stehen.

Damitte nix beREUS

4 Jan

Eigentlich hatte ich heute über den Film „The Ides of March“ bloggen wollen, aber die Topmeldung kurz vor Feierabend und Kinobesuch machte mir einen Strich durch die Rechnung. Auf die Nachricht hatte ich die letzten Tage schon gewartet. Ernsthaft.

Marco is coming home!

Anfang November saß ich mit einem ehemaligen Kollegen, Gladbach-Fan, zusammen. Ich fragte ihn, was er zur tollen Performance seiner Mannschaft in den ersten Wochen der Saison sage. „Wir haben, glaube ich, 23 Punkte gegen den Abstieg. Dias ist gut“ meinte er zu meinem Erstaunen. Und dann weiter: „Wann immer die Nationalmannschaft ruft, versagt bei Reus das Immunsystem. Die brauchen Reus nicht, aber für uns ist er verdammt wichtig.“

Nun ist Reus, den ich ja schon im Oktober hochgelobt habe, natürlich nicht der einzige Grund für den Gladbacher Erfolg. Dennoch ist der abgang nun für den Verein bitter. In Dortmund hatte man ihn vor mehr als fünf Jahren nicht mehr haben wollen, weil er angeblich zu schmächtig sei. Und Reus ist so ein Spieler, der einen Verein wie Borussia Mönchengladbach einfach gebraucht hat, um sich freizuschwimmen. Sich so zu entwickeln, wie er sich entwickelt hat. Die Sache mit dem Immunsystem, der Nationalmannschaft und Marcos Psyche macht mich dann ein bißchen nachdenklich. Keiner kann wissen, wie er den nächsten Schritt in seiner sportlichen Entwicklung  meistern wird. In Dortmund aber auf jeden Fall am besten. Nur sollten wir unsere Erwartungen auch nicht zu hoch hängen und denken, daß er gleich von Anfang an in der Offensive die Granate schlechthin sein wird.

Zur Finanzierungsfrage denke ich vermutlich wie die meisten Fans, daß der Transfer keineswegs unvernünftig ist. Watzke ist einer, der weiß was er tut, und gerade Zorc dürfte aus der Erfahrung der letzten Jahre gelernt haben.

Es wächst zusammen, was zusammengehört. Willkommen zurück, Marco!

Und die Filmkritik kommt morgen.

(Das Copyright für die Artikelüberschrift liegt übrigens bei BVB Awesome)

Irgendeinen Buhmann braucht man

4 Dez

Kaum lief das Spiel, schon wurde in den Social Networks auf Ilkay Gündogan eingedroschen. An irgendeinem muß man sich wohl austoben. Als würde Gündogan sich nicht noch entwickeln. Auch Mario Götze bekommt nach einem schwächeren Spiel gleich sein Fett weg. Leute, der Junge ist 19! Der darf Chancen vergeben. Das ist übrigens einer der Gründe warum er nicht so bald wechseln wird. Er entwickelt sich. Bei Real oder ManU würde er maximal zweimal ein schwächeres Spiel machen und dann säße er auf der Bank. Bei uns kann er sich entfalten und er hat uns schon soviel Freude bereitet und Punkte gesichert. Und von den Ansprüchen mancher Fans will ich gar nicht erst reden. Gewiß: Gestern sind wieder mal viele dumme Fehler passiert und das Hanke-Tor viel zu einfach und daher einfach dumm und überflüssig. Aber der BVB ist nun in neun Spielen ungeschlagen und in einer guten Partie gegen starke Gladbacher ein Unentschieden erzielt. Gegen Gladbacher, die gezeigt haben, daß ihr Erfolg bei weitem nicht allein an Marco Reus hängt. Die  Fohlen sind mit uns punktgleich. Beide haben die Bayern mit 1:0 in München geschlagen. Von daher: Die Fohlen und wir sind die besten Mannschaften in der Bundesliga und das gestrige Ergebnis wurde dem spiel gerecht und bestätigt außerdem den bisherigen Verlauf der Saison.

Peinlich würde es allerdings, wenn der BVB gegen einen der Abstiegskandidaten FC Kaiserslautern und SC Freiburg verlöre. Und sowas passiert ja schnell. Nächsten Sonntag will ich einem alten Freund mal das Westfalenstadion zeigen und übernächsten Samstag besuche ich Freiburg ganz allein. Nicht nur deshalb hoffe ich, daß der BVB bis zur Winterpause ungeschlagen bleibt.

Gerhard Henschel, die Fohlen, die Schmach von 1978

3 Dez

29. April 1978, letzter Spieltag der Saison, Spitzenreiter ist der 1. FC Köln, auf Platz zwei punktgleich Titelverteidiger Borussia Mönchengladbach. Köln hat eine um 10 Tore bessere Tordifferenz. Es steht an die Partie Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund im Düsseldorfer Rheinstadion. Der 1976 wiederaufgestiegene BVB hat sich den Klassenerhalt bereits gesichert. Bei den Dortmundern stellt Trainer Otto Rehhagel Peter Endrulat anstelle von Horst Bertram ins Tor. Endrulat bekommt vor dem Spiel mitgeteilt, daß sein Vertrag nicht verlängert wird.

Gladbach macht in der ersten Halbzeit sechs Tore, dreimal durch Jupp Heynckes, einmal Carsten Nielsen, einmal Karl Del‘ Haye und einmal  Hacki Wimmer. Der 1. FC Köln führt gegen St. Pauli zur Halbzeit nur mit 1.0, daher wird die Meisterschaft für Gladbach realisitisch.

In der zweiten Halbzeit treffen zweimal Heynckes, einmal, einmal Nielsen, Del’Haye, Ewald Lienen und in der 90. Minute Christian Kulik. Das spiel endete mit dem bis heute gültigen Rekordstand von 12:0. Da Köln aber schließlich mit 5:0 gewan, hätte Gladbach aber einen 16:0-Sieg gebraucht.

Sehr schön beschrieben findet sich das übrigens im Liebesroman, dem schönsten Buch aus der insgesamt komisch-traurigen Reihe über die Familie Schlosser, einer wirklich berührenden Familiengeschichte und Chronik der alten Bundesrepublik. Die Hauptfigur im Liebesroman, Martin Schlosser, und ist zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt und eben bis zu dem Ende dieser Saison ein großer Fußball- und Gladbach-Fan.

Ich selbst war zu diesem Zeitpunkt drei Monate alt und noch gar nicht in Deutschland. Heute steht wieder mal eine Partie gegen die Fohlen an. Das letzte Spiel in Gladbach endete mit einer 01:Niederlage und versaute mir mein ganzes Osterwochenende. Und auch heute habe ich eher so ein mittelmäßiges Gefühl….