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Kurt Landauer, Franz Jacobi und die Bedeutung von Faninitiativen

25 Aug

In der Geschichte des FC Bayern München gibt es drei Hauptakteure: Wilhelm Neudecker, Uli Hoeneß und Kurt Landauer. Der dritte war lange Zeit in Vergessenheit geraten. Als 2001 eine englische Journalistin kurz nach einer 0:3-Niederlage des FCB bei Olympique Lyon telefonisch um Auskunft über Landauer bittet, wird ihr aus der Säbener Straße erklärt, dass man sich für den „alten Scheiß“ nicht interessiere. Landauer war dem Verein nicht allzu lange nach Vereinsgründung beigetreten und führt den aufstrebenden Verein als Präsident 1913-1914, 1919-21 und 1922-1933. Unter dem jüdischen Präsidenten Landauer und dem ungarisch-jüdischen Trainer Richard Dombi gewinnt der FC Bayern 1932 (ein halbes Jahr vor der Machtergreifung!) seinen ersten Meisterschaftstitel. 1933 muß Landauer zurücktreten, nach der Reichspogromnacht kommt er ins KZ Dachau. Landauer überlebt schließlich im Schweizer Exil, kehrt 1947 nach München zurück und führt den FC Bayern nochmals von 1947 bis 1951. Er stirbt 1961 in München.

Derzeit dreht der Bayerische Rundfunk einen Film über das Leben von Kurt Landauer. Bereits 2010 fertigte der Kreisjugendring mit „Kick it like Kurt“ eine knapp einstündige Dokumentation über den Bayern-Präsidenten. Ende der 2000er Jahre mehrten sich die Initiativen, die sich darum bemühten, an Landauers Leben zu erinnern und seine Verdiente zu würdigen. Seit ich das Buch „Der FC Bayern und seine Juden“ von Dietrich Schulze-Marmeling gelesen habe, bin ich auch von der Historie des FC Bayern schwer beeindruckt. Das Buch (dringende Leseempfehlung für alle, die sich auch nur ein bißchen für Fußball interessieren) stellt die Geschichte in den Kontext der allgemeinen Fußballgeschichte in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und welchen Anteil Juden an der Fußballentwicklung hatten, wie weit man vor der NS-Zeit bereits mit der Etablierung des Profifußballs und der Einführung einer landesweiten Liga war, wie sehr man wieder in den Amateurfußball zurückgerissen wurde. Interessant ist vor allem auch das letzte Kapitel des Buches, das den langen Marsch des Vereins zurück zu seiner Geschichte beschreibt. Nicht unwesentlichen Anteil hatten die Bayern-Fans, allen voran die Schickeria München, die 2009 zum 125. Geburtstag Landauers ihm eine riesige Choero widmete.

Schulze-Marmeling ist auch Autor des Buches Der Ruhm, der Traum und die Leidenschaft, der Geschichte unseres Ballspielvereins. Seit ich den Wälzer gelesen habe, dachte ich immer, die Geschichte von Borussia Dortmund ausreichend gut zu kennen. Ich wußte, wer Franz Jacobi war und welche Rolle er am 19.12.1909 gespielt hatte. Aber ich denke doch verstärkt an Kurt Landauer seit einige Borussen die Initiative ergriffen haben, Leben und Werk von Jacobi mit einem Film zu würdigen. Nun ist die Wiederannäherung an Jacobi ein vollkommen anderes Thema im Vergleich zur Erinnerung an Landauer. Die Gründe, warum Landauer und bei weitem nicht nur er aus der Geschichte der Bayern und des Fußballs in Deutschland lange ausgeklammert wurden, haben rein gar nichts mit Borussia Dortmund, dem Borsigplatz und Franz Jacobi zu tun. Hier kann und will ich gar nichts vermischen. Das ändert nichts daran, dass auch bei uns lange Zeit Ignoranz gegenüber dem Mitgründer des Vereins und langjährigen Präsidenten herrschte. Kommt uns doch nicht mit den ollen Kamellen! Dabei sollte es selbstverständlich sein, sich mit der Geschichte des eigenen Vereins auseinanderzusetzen. Und seit für diesen Film gesammelt und seine Entwicklung vorbereitet wird, hört man, dass es doch noch so  einiges über die BVB-Historie zu erfahren gibt und viele Dinge auch bei der Vereinsgründung anders gewesen sein könnten als man bisher dachte.

Ich unterstelle mal frech, dass einer Mehrheit der Fans auch August Lenz und Adi Preißler vollkommen schnuppe sind. Jetzt könnte man mir entgegnen, dass am vergangenen Sonntag beim ersten Heimspiel über 8000 Euro für den Franz-Jacobi-Film gespendet wurden, was ja heißt, dass sich die Fans scheinbar doch für Franz Jacobi interessieren. Ja, eben drum. Weil hier etwas entsteht, von Fans für Fans. Und das weckt eben das Interesse. Fans stellen dann auf einmal fest, dass viel mehr wissen könnten. Ich denke in letzter Zeit in diesem Zusammenhang immer wieder an meine Großmutter, die, 1910 geboren, in der Dortmunder Innenstadt in der Gastronomie, dem damaligen „Stade“ aufwuchs, ihre kaufmännische Lehre in einem angesehenen Geschäft absolvierte und später bei der Stadt arbeitete. Die kannte in Dortmund so ziemlich jeden – und hätte möglicherweise auch Jacobi gekannt. Sie interessierte sich nicht besonders für Fußball, aber über das Dortmund des frühen 20. Jahrhunderts wußte sie so ziemlich alles. Ich kann sie leider nicht mehr fragen, sie ist 1997 gestorben. Aber manche Zeitzeugen leben eben noch, Leute, die Jacobi kannten und die auch noch einen entsprechenden Zugang zur Gründungszeit hatten. Deshalb ist es auch so unglaublich wichtig, dass der Film heute entsteht. Und letztlich einmal mehr unter Beweis stellt, wie wichtig Faninitiativen sind.

Fanverarschung

10 Mrz

Ein Ausgleich nach der zweiten Halbzeit wäre verdient gewesen? Ich fände eine 4:1-Niederlage gegen die blauen Scheisser nach dem gesamten Spiel eher angemessen. In der ersten Halbzeit trat die Mannschaft auf als wollte sie den Fans beide Mittelfinger zeigen und sagen: „Ihr mit eurem Getue ums Derby. Verstehen wir nicht.“ Die zweite Halbzeit lief deutlich besser, war vom Kloppschen „Vollgasfußball“ aber immernoch weit entfernt.  Borussia Dortmund verlor gestern in Gelsenhausen jedenfalls das zweite Derby der Saison, und zum zweiten Mal völlig verdient. Die Nummer Zwei im Pott sind wir.

Roman Weidenfeller bekommt von mir für seine gestrige Leistung eine 2, Mario Götze eine 2,5, die meisten anderen eine 5 oder bestenfalls 4,5. Daß Kevin Großkreutz, der vor einer Woche gegen Hannover 96 eine Glanzleistung gezeigt hatte, und für die Leistung gestern eigentlich eine 6 verdient, noch nie gegen die Blauen funktioniert hat, dafür ist er offensichtlich nicht Profi genug, hätte Klopp wissen können. Aber mit dem Totalausfall allein ist die gestrige erste Halbzeit nicht zu erklären. Ich habe es auch immernoch nicht so ganz verstanden. War die Niederlage gegen den HSV noch mit Pech halbwegs zu erklären, und die Pokal-Niederlage gegen Bayern mit zuviel Respekt vor einem Gegner, der in dem Fall überragend war, kommt für gestern eigentlich nur die Einstellung einiger Spieler als Hauptursache in Betracht.  Vor einem Jahr war die Mannschaft imstande, innerhalb von einer Woche gegen Wolfsburg und Bayern zu gewinnen, und einen Rückstand gegen Schalke zu drehen. Deshalb kann ich mir auch nicht so ganz erklären, warum sie sich jetzt vier Tage nach einem Sieg in der Champions League im Bundesliga-Alltag so schwer tun. Hätten sie wirklich zu wenig Leistungsbereitschaft und „Power of Will“, müßten wir das über einen längeren Zeitlauf erkennen können, und die meisten Punkte in dieser Saison wurden eben doch sehr unglücklich verloren. Aber es bleibt dabei: Dem Großteil der Spieler war die Wichtigkeit des Derbys für die Fans gestern egal. Und wenn Schmelle sich bei den Fans entschuldigen will, ändert das auch nichts an dem Umstand, daß die Blauen mit uns um die Champions League-Quali konkurrieren und sehr wohl am Ende der Saison noch vor Schwarz-Gelb landen könnten. Mag sein, dass wir gegen Freiburg wieder einen schön anzusehenden Sieg erleben, aber es gibt einige Probleme, die vorerst bestehen bleiben, und darüber dürfen auch die nächsten Siege nicht hinwegtäuschen. Dazu gehört wohl auch die Breite des Kaders.

Mit 46 Punkten nach 25 Spieltagen auf Platz 2 zu stehen , ist ein Witz. Normalerweise dürften wir maximal auf Rang 5 sein. Mir ist egal, daß die Bayern Meister werden, und inzwischen auch, daß sie unseren 81-Punkte-Rekord knacken, aber 20 Punkte Vorsprung ist lächerlich. Denn das ist nun mal nicht allein mit der Stärke der Roten zu erklären, sondern vor allem auch mit der Schwäche der anderen. Hätten die Bayern gestern Remis gespielt, hätten sie trotzdem ihren Vorsprung ausgebaut. Die Bundesliga ist im europäischen Vergleich doch angeblich so toll. Pep Guardiola jedenfalls geht nach München, weil er nach München will, und nicht, weil er die Bundesliga der Premier League vorzieht.

Das Derby zu verlieren, war früher ja fast die Norm. Dahin dürfen wir aber nicht zurück. Will Borussia den eingeschlagenen Weg weitergehen, dann gehört dazu nicht nur, sich auf Dauer im internationalen Geschäft zu halten, sondern auch die Erkenntnis, dass man noch lieber häßlichen Protestantenfußball spielt, als gegen Schlacke zu verlieren.

Kloppkritik

1 Sep

Ich weiß nicht, wieviele Interviews mit Jürgen Klopp täglich erscheinen. Heute sah ich ein kurzes mit ihm zum Thema Effzeh und Kevin Pezzoni. Er wisse nicht genug darüber, aber er glaube nicht, daß Kevin den Vertrag hatte auflösen wollen, das habe eher der Verein gewollt. Kloppo, wenn du nicht genug darüber weißt, solltest du sowas nicht sagen.

Aber ich will eigentlich was zu den ersten beiden Spieltagen sagen. Fange ich mal mit unserem Unentschieden gegen den Clubb an. Es war ein ideenloses Spiel mit einem Weidenfeller, der neben sich stand, einem wütenden und leicht hilflosen Schmelle, einem Gündogan, der ähnlich viele Fehler machte wie im ersten Spiel. Dann war da unser Superstar, der neuerdings immer von der Bank aus kommt. War ansehnlich. Also ich meine sein Spiel, er selbst ist das ja sowieso. Reus blieb unter seinen Möglichkeiten, lieferte aber eine okaye Leistung. Lewandowski fand irgendwie nicht so richtig statt. Schieber, der für Reus kam, gelang ein sehr schöner Torschuß, war aber sonst auch nicht wirklich im Spiel. Insgesamt machen mir die Aufbaufehler im Hinblick auf die nächsten Wochen Sorgen. Nach der Länderspielpause wird die Manschaft mit Sicherheit nicht besser eingespielt sein, als heute.  Und dann sind englische Wochen. Jaja, ich weiß, 30 Spiele ungeschlagen, saisonübergreifend und bester Saisonstart seit 2008. Ich bin mit den vier Punkten auch sehr zufrieden, ich mache mir lediglich Sorgen.

Nochmal zu Klopp. Der Schiedsrichter wars. Der ist für die Nie…äh für das Remis verantwortlich. Ich weiß, Kloppo kann nicht nicht gewinnen. „Er ist ja noch jung.“ Kann es sein, dass wir uns von der Realität doch etwas entfernen?

Die neue Nr. 11

8 Jul

Mit großer Spannung erwarten viele Fans die Rückkehr von Marco Reus, der jetzt seit genau einer Woche beim Ballspielverein unter Vertrag steht, auf den Platz. 

Ich gehöre zu ihnen.  Wenn im Mittelfeld mit Großkreutz-Reus-Götze gespielt wird, wird es an dieser Stelle aus drei Dortmundern geformt. Götze ist immerhin im Alter von 9 Jahren schon nach Dortmund gekommen; Großkreutz und Reus sind gebürtige Dortmunder. Marco wuchs im Stadtteil Körne auf, könnte mir als kleiner Junge daher öfter mal über den Weg gelaufen sein, denn in Körne hielt ich mich zu den Lebzeiten meiner Großmutter, die im östlich benachbarten Wambel wohnte, sehr oft auf. Reus ist ein grundsympathischer Typ, der den BVB wohl im Herzen trägt, und einen in der letzten Saison mit seinem Fußball verzauberte. Sein erstes Tor im Rückspiel von Borussia Mönchengladbach gegen den FC Bayern München riß mich vom Stuhl. Die Wahl zum Spieler der Saison kam wenig überraschend. Und er befindet sich mit seinen 23 Jahren immernoch in einem frühen Stadium seiner Entwicklung.

Man sollte allerdings bei seinen Erwartungen schon realistisch bleiben. Es ist nicht so, daß Marco in Schwarz-Gelb einläuft und dann eine Bude nach der anderen macht beziehungsweise genau dort weitermacht, wo er in Gladbach aufgehört hat. Der muß sich auch erstmal im Klopp’schen Kader zurechtfinden. Das ist jetzt keine besondere Weisheit, aber ich finde, daß einige ein bißchen viel von ihm erwarten und umso mehr enttäuscht sein werden, wenn es an den ersten Spieltagen noch nicht so läuft. Im Fußball leben die Bewertungen leider von Momentaufnahmen.

Sicher bin allerdings auch ich mir, daß er letzten Endes groß rauskommen und uns einige Jahre Freude machen wird, auch wenn sein BVB nicht die letzte Station sein dürfte. Jedenfalls: Er hat die Dortmunder Fußball-DNA.

Damitte nix beREUS

4 Jan

Eigentlich hatte ich heute über den Film „The Ides of March“ bloggen wollen, aber die Topmeldung kurz vor Feierabend und Kinobesuch machte mir einen Strich durch die Rechnung. Auf die Nachricht hatte ich die letzten Tage schon gewartet. Ernsthaft.

Marco is coming home!

Anfang November saß ich mit einem ehemaligen Kollegen, Gladbach-Fan, zusammen. Ich fragte ihn, was er zur tollen Performance seiner Mannschaft in den ersten Wochen der Saison sage. „Wir haben, glaube ich, 23 Punkte gegen den Abstieg. Dias ist gut“ meinte er zu meinem Erstaunen. Und dann weiter: „Wann immer die Nationalmannschaft ruft, versagt bei Reus das Immunsystem. Die brauchen Reus nicht, aber für uns ist er verdammt wichtig.“

Nun ist Reus, den ich ja schon im Oktober hochgelobt habe, natürlich nicht der einzige Grund für den Gladbacher Erfolg. Dennoch ist der abgang nun für den Verein bitter. In Dortmund hatte man ihn vor mehr als fünf Jahren nicht mehr haben wollen, weil er angeblich zu schmächtig sei. Und Reus ist so ein Spieler, der einen Verein wie Borussia Mönchengladbach einfach gebraucht hat, um sich freizuschwimmen. Sich so zu entwickeln, wie er sich entwickelt hat. Die Sache mit dem Immunsystem, der Nationalmannschaft und Marcos Psyche macht mich dann ein bißchen nachdenklich. Keiner kann wissen, wie er den nächsten Schritt in seiner sportlichen Entwicklung  meistern wird. In Dortmund aber auf jeden Fall am besten. Nur sollten wir unsere Erwartungen auch nicht zu hoch hängen und denken, daß er gleich von Anfang an in der Offensive die Granate schlechthin sein wird.

Zur Finanzierungsfrage denke ich vermutlich wie die meisten Fans, daß der Transfer keineswegs unvernünftig ist. Watzke ist einer, der weiß was er tut, und gerade Zorc dürfte aus der Erfahrung der letzten Jahre gelernt haben.

Es wächst zusammen, was zusammengehört. Willkommen zurück, Marco!

Und die Filmkritik kommt morgen.

(Das Copyright für die Artikelüberschrift liegt übrigens bei BVB Awesome)

Irgendeinen Buhmann braucht man

4 Dez

Kaum lief das Spiel, schon wurde in den Social Networks auf Ilkay Gündogan eingedroschen. An irgendeinem muß man sich wohl austoben. Als würde Gündogan sich nicht noch entwickeln. Auch Mario Götze bekommt nach einem schwächeren Spiel gleich sein Fett weg. Leute, der Junge ist 19! Der darf Chancen vergeben. Das ist übrigens einer der Gründe warum er nicht so bald wechseln wird. Er entwickelt sich. Bei Real oder ManU würde er maximal zweimal ein schwächeres Spiel machen und dann säße er auf der Bank. Bei uns kann er sich entfalten und er hat uns schon soviel Freude bereitet und Punkte gesichert. Und von den Ansprüchen mancher Fans will ich gar nicht erst reden. Gewiß: Gestern sind wieder mal viele dumme Fehler passiert und das Hanke-Tor viel zu einfach und daher einfach dumm und überflüssig. Aber der BVB ist nun in neun Spielen ungeschlagen und in einer guten Partie gegen starke Gladbacher ein Unentschieden erzielt. Gegen Gladbacher, die gezeigt haben, daß ihr Erfolg bei weitem nicht allein an Marco Reus hängt. Die  Fohlen sind mit uns punktgleich. Beide haben die Bayern mit 1:0 in München geschlagen. Von daher: Die Fohlen und wir sind die besten Mannschaften in der Bundesliga und das gestrige Ergebnis wurde dem spiel gerecht und bestätigt außerdem den bisherigen Verlauf der Saison.

Peinlich würde es allerdings, wenn der BVB gegen einen der Abstiegskandidaten FC Kaiserslautern und SC Freiburg verlöre. Und sowas passiert ja schnell. Nächsten Sonntag will ich einem alten Freund mal das Westfalenstadion zeigen und übernächsten Samstag besuche ich Freiburg ganz allein. Nicht nur deshalb hoffe ich, daß der BVB bis zur Winterpause ungeschlagen bleibt.

DFB spinnt

26 Sep

Sie haben den Unparteiischen beschimpft, sie haben gepoltert,  geschnaubt, liefen hörbar rot an und kriegten sich nicht ein vor lauter lauter. Und nun, vier Wochen später, nachdem Wonderkind und Kapitän schon wieder auf den Rasen gedurft hatten, wurde der Beschluß des hohen Gerichts öffentlich: der eine ne Geldstrafe und der andere gesperrt.

Krass was? Der DFB sperrt unsern Nobby und zieht Boris aus dem Verkehr. Darf dat dat??! Dat darf dat. Datt darf dat??! !Dat darf dat. Datt dat dat darf…

Was im Auftrag von Borussia Dortmund gemacht wird, unterliegt der Sportgerichtsbarkeit des DFB. Und die Entscheidung in diesem Falle ist – euch wird nicht überraschen, was jetzt kommt – lächerlich. Freilich gibt es Grenzen. Die haben beide bei dem Spiel gegen Vizekusen überschritten. Aber ne Sperre für zwei Spiele braucht es deswegen nicht. Ein bestimmtes „So gehts nicht“ hätte es wohl auch getan.

Ich komme bei Spielen, bei denen ich nicht im Stadion sein kann, nicht ohne Netradio aus.  Das ist von Fans für Fans und eine klasse Erfindung. Nobby Dickel und sein sein jeweiliger co-Moderator sollen beim Kommentieren a) parteiisch sein und b) Gefühle zeigen (dürfen). Das ist das Konzept hinterm Netradio. Denn damit hast du in der Einsamkeit zuhause eben das Gefühl, es sitzen Fans neben dir. Es gibt aber Dinge, die „man nicht macht.“ Und so ein Auftritt schadet dem Image des Vereins. Und stachelt den ein oder anderen Fan noch zu einem Mehr an Haß an. Aber ne Abmahnung..ach, ich sag ja schon nix mehr.

Verstehen einer den DFB…