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Fanverarschung

10 Mrz

Ein Ausgleich nach der zweiten Halbzeit wäre verdient gewesen? Ich fände eine 4:1-Niederlage gegen die blauen Scheisser nach dem gesamten Spiel eher angemessen. In der ersten Halbzeit trat die Mannschaft auf als wollte sie den Fans beide Mittelfinger zeigen und sagen: „Ihr mit eurem Getue ums Derby. Verstehen wir nicht.“ Die zweite Halbzeit lief deutlich besser, war vom Kloppschen „Vollgasfußball“ aber immernoch weit entfernt.  Borussia Dortmund verlor gestern in Gelsenhausen jedenfalls das zweite Derby der Saison, und zum zweiten Mal völlig verdient. Die Nummer Zwei im Pott sind wir.

Roman Weidenfeller bekommt von mir für seine gestrige Leistung eine 2, Mario Götze eine 2,5, die meisten anderen eine 5 oder bestenfalls 4,5. Daß Kevin Großkreutz, der vor einer Woche gegen Hannover 96 eine Glanzleistung gezeigt hatte, und für die Leistung gestern eigentlich eine 6 verdient, noch nie gegen die Blauen funktioniert hat, dafür ist er offensichtlich nicht Profi genug, hätte Klopp wissen können. Aber mit dem Totalausfall allein ist die gestrige erste Halbzeit nicht zu erklären. Ich habe es auch immernoch nicht so ganz verstanden. War die Niederlage gegen den HSV noch mit Pech halbwegs zu erklären, und die Pokal-Niederlage gegen Bayern mit zuviel Respekt vor einem Gegner, der in dem Fall überragend war, kommt für gestern eigentlich nur die Einstellung einiger Spieler als Hauptursache in Betracht.  Vor einem Jahr war die Mannschaft imstande, innerhalb von einer Woche gegen Wolfsburg und Bayern zu gewinnen, und einen Rückstand gegen Schalke zu drehen. Deshalb kann ich mir auch nicht so ganz erklären, warum sie sich jetzt vier Tage nach einem Sieg in der Champions League im Bundesliga-Alltag so schwer tun. Hätten sie wirklich zu wenig Leistungsbereitschaft und „Power of Will“, müßten wir das über einen längeren Zeitlauf erkennen können, und die meisten Punkte in dieser Saison wurden eben doch sehr unglücklich verloren. Aber es bleibt dabei: Dem Großteil der Spieler war die Wichtigkeit des Derbys für die Fans gestern egal. Und wenn Schmelle sich bei den Fans entschuldigen will, ändert das auch nichts an dem Umstand, daß die Blauen mit uns um die Champions League-Quali konkurrieren und sehr wohl am Ende der Saison noch vor Schwarz-Gelb landen könnten. Mag sein, dass wir gegen Freiburg wieder einen schön anzusehenden Sieg erleben, aber es gibt einige Probleme, die vorerst bestehen bleiben, und darüber dürfen auch die nächsten Siege nicht hinwegtäuschen. Dazu gehört wohl auch die Breite des Kaders.

Mit 46 Punkten nach 25 Spieltagen auf Platz 2 zu stehen , ist ein Witz. Normalerweise dürften wir maximal auf Rang 5 sein. Mir ist egal, daß die Bayern Meister werden, und inzwischen auch, daß sie unseren 81-Punkte-Rekord knacken, aber 20 Punkte Vorsprung ist lächerlich. Denn das ist nun mal nicht allein mit der Stärke der Roten zu erklären, sondern vor allem auch mit der Schwäche der anderen. Hätten die Bayern gestern Remis gespielt, hätten sie trotzdem ihren Vorsprung ausgebaut. Die Bundesliga ist im europäischen Vergleich doch angeblich so toll. Pep Guardiola jedenfalls geht nach München, weil er nach München will, und nicht, weil er die Bundesliga der Premier League vorzieht.

Das Derby zu verlieren, war früher ja fast die Norm. Dahin dürfen wir aber nicht zurück. Will Borussia den eingeschlagenen Weg weitergehen, dann gehört dazu nicht nur, sich auf Dauer im internationalen Geschäft zu halten, sondern auch die Erkenntnis, dass man noch lieber häßlichen Protestantenfußball spielt, als gegen Schlacke zu verlieren.

Vor 30 Jahren: SV Waldhof Mannheim steigt in die Erste Liga auf

8 Mrz

Neulich, in meiner Lieblingsbar, lernte ich einen Mann kennen, mit dem ich rasch ins Gespräch über Fußball kam. Er war ganz überrascht, daß neben ihm ein BVB-Fan saß, der auch noch für die Fanabteilung aktiv ist. Viel mehr überrascht war ich jedoch über die Geschichten, die er von früher erzählte. Aus den Achtzigern. Als er lange Haare hatte, sie sich aber schneiden lassen mußte. Weil er nämlich bei den Heimspielen des SV Waldhof Mannheim Karten abriss, und da durfte er keine langen Haare tragen.

Damals waren Waldhof-Spiele gut besucht. Die Heimspiele fanden im Ludwigshafener Südweststadion statt, was dem Erzrivalen aus der Westpfalz gar nicht gefiel, denn mit der Bühne jenseits des Rheins war Waldhof natürlich ins Heimterritorium des FC Kaiserslautern vorgestoßen. Die Waldhof-Fans habe man damals gar nicht als so neben der Kappe wahrgenommen, wie man heute denkt, wenn man Fernsehaufnahmen von den damaligen Spielen, sagte er. Die meisten seien eben einfach „derbe Pfälzer“ gewesen.

Im Mai ist es 30 Jahre her, daß der SV Waldhof Mannheim mit Trainer Klaus Schlappner in die Erste Bundesliga aufstieg. Es war der Höhepunkt in der jüngeren Geschichte des Vereins. Sieben Jahre später folgte der abstieg, heute spielt Waldhof in der Regionalliga. Waldhof war in den sieben Jahren erste Liga ein unbeliebter Gegner – die meisten wußten, daß es von den Waldhof-Buwe Tritte in die Hacksen gibt. Und trotz des Rauf- und Tret-Fußball-Images brachte Waldhof Größen wie Maurizio Gaudino, der 1992 mit dem VfB Suttgart Meister wurde, oder natürlich Fußballgott Jürgen Kohler, den die Leser dieses Blogs kennen dürften,  hervor.

Wenn ihr, liebe Fußball-Fans, Bildmaterial aus der 1. Bundesliga-Saison des Traditionsvereins SV Waldhof Mannheim, also der Saison 1983/84 habt, dann meldet euch beim Fandachverband PRO Waldhof und unterstützt die geplanten Jubiläumsaktionen.

Geh nicht ans Phone – Borussia spielt

16 Sep

Kurz nach Beginn der Spielzeit bimmelte mein Handy. Es würde wohl wieder einer der Kumpel sein, die nicht kapieren, daß man mich am Samstagnachmittag ab einer bestimmten Uhrzeit nicht stören kann.

Ich blieb vor dem Bildschirm liegen und sah es im Westfalenstadion nur so schmelzern. Im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen nahm die Borussia von vornherein das Heft die Hand und Marco Reus Platz auf der Bank. Eigentlich überraschend, eigentlich auch wieder nicht. Mario Götze stand jedenfalls in der Startelf und bewies dem Trainer und den Fans, was sie doch auch schon wußten: Daß er längst wieder bei 100 Prozent ist.  In der Halbzeit spielte Borussia Dortmund auf, wie seit mehr als vier Monaten nicht mehr. Nach einer von Bayer geschenkten Schmelle-Ecke kam Mats Hummers in der 29. Minute bereits am dritten Spieltag bereits zu seinem ersten Saisontor. Sagte ich Schmelle? Ja, Marcel Schmelzer zeigte allen, was ne Harke ist. In schwarzgelb spielt es sich aber doch auch einfach besser. Ich wäre im deutschen Nationaltrikot gewiß auch unter meinen (bescheidenen) Möglichkeiten.

Zehn Minuten nach dem ersten Tor kam Piszczek über rechts nach vorne, flankte in die Mitte, Götze ließ ihn durch und von Kuba machte das Ding. KUBA. Der vor zwei Wochen in Nürnberg zum Ausgleich getroffen hatte. Aber mit nürnberg war dieses Heimspiel in keiner Weise zu vergleichen. Die Elf von Bayer 04 stand im Regen. Bekam sie den Ball, war sie ihn rasch dank Fahlpass wieder los. Auch Borussia spielte, vor allem in der zweiten Halbzeit, alles andere fehlerfrei, konnte aber die Dominanz aufrechterhalten, und gleichzeitig ein Regenerationsspiel draus machen. Um die 60. Minute kam Reus gegen (den wieder besseren) Großkreutz. Marco schoß in der 78. Minute einen Freistoß so nach vorne, wie man es von ihm kennt, auf Lewandowski, der einnetzte. Zum 3:0. Man sah noch zweimal knapp ein viertes Tor vor Augen, vor allem kurz vor Schluß, als der eingewechselte Ivan Perisic den Ball an die Latte knallte. Der Ball platschte auf die Torlinie, aber eben nicht dahinter, so daß es beim 3:0 blieb. Es blie drei Tag vor Eröffnung der Champions League die Leistung einer Dortmunder Mannschaft, an die sie gerne anknüpfen darf.

In der Halbzeitpause hatte ich herausgefunden, daß mich kein nerviger Kumpel, sondern eine Mannheimer Rossmann-Filiale angerufen hatte. Rossmann? Da war ich ewig nicht. Meiner Mutter, die ich eine Stunde vor Spielbeginn verabschiedet hatte, mußte etwas passiert sein. Ich erreichte sie weder zuhause noch auf dem Handy. Das Spiel war vorbei. Nach dem dritten Versuch erreichte ich sie doch. Sie sei im Theresienkrankenhaus, ich solle mir keinen Kopf machen, sie rufe mich gleich wieder an. Ach du Himmel. Ich wartete auf ihren Rückruf und sah derweil die Zusammenfassungen vom Spiel des FC Bayern gegen Mainz 05 und von einem verrückten Spiel zwischen Hannover 96 und Werder Bremen mit einer am Ende übrigens vollkommen korrekten Schiedsrichterentscheidung. Hannover scheint inzwischen derart heimstark zu sein – ich will gar nicht an den 7. Oktober denken. Aber ich denke an meiner Mutter. Die ruft schließlich doch noch an und ich eile direkt ins Krankenhaus auf die Intensivstation. Nichts Schlimmes, aber auch kein schöner Samstagabend. Und auf das Handy höre ich in Zukunft.

Meisterwahrscheinlichkeiten

23 Aug

Laangweilig: Den FC Bayern an erster, den Ballspielverein Borussia 09 Dortmund an zweiter Stelle – das tippt jeder. Wie zu Beginn der letzten Saison. In der es anders kam. Doch kann auch ich nicht umhin, dem FC Bayern eine 45prozentige Meisterwahrscheinlichkeit zu geben, uns eine 35prozentige und den übrigen 16 Teams zusammen eine 20prozentige, wobei hier Leverkusen und Wolfsburg hier deutlich mehr Prozente haben als die anderen. So jedenfalls könnte am Ende der Saison 2012/2013 die Tabelle aussehen:

1. FC Bayern München

2. Borussia Dortmund

3. Bayer 04 Leverkusen

4. VfL Wolfsburg

5. FC Sch…e 04

6. VfB Suttgart

7. Werder Bremen

8. Borussia Mönchengladbach

9. FC Nürnberg

10. Eintracht Frankfurt

11. Hannover 96

12. SpVGG Greuter Fürth

13. TSG Hoffenheim

14. SC Freiburg

15. HSV

16. Fortuna Düsseldorf

17. FSV Mainz 05

18. FC Augsburg

Die Tablle könnte auch ganz anders aussehen. Vielleicht wird Hannover 96 Meister. Die spielen ja mal gerade im Moment echt nicht schlecht. Nur die Blauen, die Blauen werdens nicht.

Meine 18 bis Katar

7 Mai

Auf Idee von Heinz Kamke haben vor ich weiß nicht wie langer Zeit (es war März 2011) mal sämtliche Fußballblogger ihre Wunsch-Erste Liga zusammengestellt. Gute Idee, nur befand sich dieses Blog zu der Zeit wohl im Tiefschlaf. Ich nutze jetzt hier im Urlaub mal die Gelegenheit, meine Liste mit fünfzehnmonatiger Verspätung nachzuholen. Here we go:

Borussia Dortmund

Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehen.

FC Köln

Das größte Ärgernis der letzten Saison. Der Abstieg. War immer Fan vom Prinzen. Als Daum Trainer war, habe ich so gerne die Sportschau geguckt. Tolle Stadt, tolles Stadion. Ernsthaft: Wie geht Erste Liga ohne die Kölner?

SV Waldhof Mannheim

Meine Jugend eben. Der Verein, der Jürgen Kohler hervorgebracht hat. Hab sie im Ohr, meine Freunde, wie sie ihren schwarz-blauen Sprüche über den Schulhof grölten. Putziger Verein, echt. Haben in der Erstliga-Zeit in den 80ern ihre Heimspiele in Ludwigshafen (!) abgehalten. Unter dem Nazi-Trainer Schlappi. Wie peinlich. Monnem vorne, Monnem hinne. Meischtens hinne. Wird nicht mehr in die Erste Liga zurückkehren. Ein Traum wäre es trotzdem. De schenschde VW is de SVW.

SC Freiburg

Glaubt nicht dieses Gelaber über den „unmöglichen Gästeblock“. Das ist einfach übertrieben. Die Badener gehören(im Unterschied zum KSC) in die Erste Liga, weil sie sympathisch sind. Punkt.

FC Bayern München

Uli Hoeneß war neben dem wahnsinnigen Christoph Daum immer der Hauptfaktor, der den Unterhaltungswert der Sportschau hat ansteigen lassen. Was wäre die Bundesliga ohne Ulis roten Kopp? Was wird überhaupt aus den Bayern nach Uli? Egal. Ich konnte mit dem Verein nie irgendwas anfangen, aber Erste Liga ohne die Bayern ist unvorstellbar.

VfR Mannheim

Der andere Repräsentant des Kurpfälzer Amateurfußball. Deutscher Meister 1949 und damit im Vergleich zu Waldhof der erfolgreichere Verein. Soll according to einem Ex-Kollegen derzeit in der fünften Liga einen „richtig guten Fußball“ spielen. Und damit hätten sie den Durchmarsch in die Erste Liga wohl noch eher verdient, oder?

VfL Bochum

Ich habe mich immer gefragt, wie ein Verein Herbert Grönemeyer zu seinem Aushängeschild machen kann. Völlig panne, die Bochumer Jungens. In der Zeit, als uns Thomas Doll trainierte, habe ich mich aus Spaß übrigens öfter mal als Bochum-Fan ausgegeben. Manche haben es mir auch noch abgenommen. Das Ruhrstadion jedenfalls ist ein echtes Schmuckstück. Achtzehntes Heimspiel. Ben Redelings und Frank Goosen. Gehören deshalb in die erste.

VfB Stuttgart

Mit dem Verein tue ich mich schon schwer. Fand die Schwaben immer eher langweilig. Das allerdings dürfte seit dem 4:4 am 30. März wohl passé sein. Haben tolle Fans im Netz: besagten Heinz Kamke und Hirngabel. Das neue Stadion ist mein Ziel Nr. 1 für die Auswärtsfahrten kommende Saison.

HSV

Uwe Seeler. Deutscher Meister unter Ernst Happel. Ich mit meinem Laufkumpanen im Pressebereich beim 4:0 gegen den „Glubb“, April 2003. Nur vom Feinsten. Sechsmal Meister, dreimal Pokalsieger, immer Erste Liga. Letzteres soll und wird langfristig so bleiben.

Eintracht Braunschweig

Das ist mal ein Traditionsverein. An der Wiege des Deutschen Fußballs. Der lange Weg nach unten seit Mitte der 80er war freilich eigenem Dilettantismus geschuldet. Dennoch: Die, nicht Wolfsburg gehören in die Erste.

FC Carl Zeiss Jena

Der erste (und einzige) Ostler in meiner Wunschliga. Über die weiß ich ehrlich gesagt nicht viel. Meine Aufmerksamkeit in der Sportschau gilt ihnen, seit ich einen ihrer treuen Fans sehr gut kenne. Mag sein, daß Dünamö und Hansa Rostock für die Fußballkultur im Osten wichtiger sind. Aber so lange da antisemitische Transparente hochgehalten werden, soll Dresden unten bleiben. Und mit Jena im Westfalenstadion, könnte ich mich eben mit besagtem Fan treffen. Erste Liga wäre mal was.

FC Kaiserslautern

Auch meine Kindheit. Ich habe ja einige Zeit auf einem pfälzischen Dorf gewohnt. Und in der deutschen Toskana gibt es nun mal nur einen Verein. Die Meisterschaft 1991 habe ich noch sowas von lebhaft vor Augen. 98 war ich aus der Pfalz Gott sei Dank längst weg. Die meisten Fans sind Trollos. Aber der Betze gehört zur Ersten Liga. Seht zu, daß ihr nächstes Jahr zurückkommt.

Rot-Weiß Essen

Die Geschichte mit dem Stadion finde ich unglaublich. Haben mindestens so treue Fans wie die Waldhöfer, und das in größerer Zahl. Und wir haben einen gemeinsamen Feind.

Hannover 96

Mr. Moe. Muß euch jetzt nichts sagen, ist ein witziger Fan von denen. Sind sonst langweilig, aber der Grund reicht aus.

Eintracht Frankfurt

„Deutscher Randalemeister 2011“ war mal ne Ansage. Die Fans sind sowas übel, daß sie aus der ersten Liga allein deshalb nicht wegzudenken sind. Überhaupt: Der Verein hat was.

FC Nürnberg

So lange ist es nun auch nicht her, daß die „Rekordmeister“ waren. Traditionsreich, super Stadion. Mich stört nur deren Fan-Freundschaft.

Werder Bremen

Och jooooo. Herrlich liberal.

Schlacke

Würg! Was ist der Mensch doch ein erbärmliches Wesen, daß er sowas hervorbringt. Aber die bittere Wahrheit ist: Ohne Derby geht es nicht.

Bei jedem Auswärtsspiel wird die Welt so bunt, meine Droge ist das Leder und der Ball ist rund

6 Mai

Eigentlich wollte ich heute mal so meine Gedanken zur zurückliegenden Saison bloggen und einen Rückblick schreiben, wie ich die letzten Monate erlebt habe. Aber das verschiebe ich doch besser mal auf die Woche nach Pokal-Finale und Meisterfeier.

Was erwarte mir aber von der Saison 2012/2013? Ich habe in den letzten zwei Wochen häufiger gedacht: Mit Meisterschaften ist erstmal gut für die nächsten sechs Jahre. Schließlich soll die Meisterschaft was Besonderes bleiben und absolut nichts, was man sich von einer Saison erwartet. Ich habe wirklich nichts dagegen, wenn der Ballspielverein Borussia 09 Dortmund sich auch langfristig oben festsetzt. Aber ich will endlich davon weg, daß man jeden Spieltag erleichert ist, wieder nicht verloren zu haben. Sicher: Drei Meisterschaften in Folge würden die Bayern wirklich allmählich dumm aussehen lassen. Aber es gibt ja – Schalke abgezogen – noch 15 andere Teams, die Meister werden können. Wobei ich nicht falsch verstanden werden will: Sollte es im Frühjahr wieder in den Titelkampf gehen, werde ich auch die Daumen drücken, daß es klappt. Was sonst?

Wo wird es nächste Saison hingehen? Auswärtsspiele sind prinzipiell interessanter als Heimspiele und ich habe mir vorgekommen, mindestens drei, eher vier oder fünf nächste mitzumachen. Und ich will in der  dritten und vierten Liga ein bißchen unterwegs sein und neue Stadien kennenlernen. Da trifft es sich ganz gut, daß die „11 Freunde“ in der aktuellen Ausgabe die 99 Orte, die ein Fußballfan gesehen haben muß, Deutschlands wirklich sehenswerte Sehenswürdigkeiten also, auflisten. Zugegeben: Von einigen dieser Orte hatte ich noch nie was gehört. Und bei anderen frage ich mich dann doch, warum man sich die anschauen sollte. Ernsthaft: Was will ich mit einem Besuch in der Bäckerei Klinsmann? Und das P 1 in München will ich ganz bestimmt nicht sehen. Aber alles in allem hat die beeindruckende Zusammenstellung meine Neugierde so richtig geweckt. Zum Beispiel auf das Ellenfeldstadion im saarländischen Neunkirchen. Oder auch den HSV-Friedhof in Hamburg-Altona.

Und da wäre ich auch schon wieder bei der Ersten Liga. Im Volksparkstadion war natürlich ich schon, aber bei so vielen Bekannte, wie ich sie inzwischen in Hamburg habe, bleibt das attraktiv – ne Boykott-Aktion von „Kein Zwanni“ wird es sicherlich nicht nochmal ausgerechnet in der Hansestadt geben. Nach Fürth fahre ich ganz gewiß nicht – ist ja ein furchtbarer Verein. Das (leider) nahe gelegene Hoppenheim auch gestrichen. Demgegenüber tut es mir leid, daß der Betze nächste Saison ausfällt. Die kurze Reise von Mannheim dorthin ist immer ein Erlebnis. Eintracht Frankfurt werde ich mir auf jeden Fall geben, genau wie den VfB Stuttgart (zusammen mit meinem Schwabenfreund aus der Studentenverbindung), wenn es irgendwie terminlich passt, und ich verspreche, ich werde im neuen Stadion auch mal pinkeln gehen. Der SC Freiburg wird sicher wieder eine Reise wert sein. Ich versthe nicht, was die Leute immer über den „Scheiß-Gästeblock“ und die fehlende Gastfreundschaft in Heidegger-Stadt reden. Freiburg hat im Moment einen supersympathischen Trainer und tolle Fans, wie man gestern im Westfalenstadion gehen hat. Und mir hat es auf der Südtribüne dort sehr gefallen.

Köln fällt nächste Saison auch flach, das ärgert mich fast noch mehr als Lautern. Und ich glaube, das sehen viele ganz ähnlich wie ich. Dafür kommt (hoffentlich) die Auswärtsfahrt nach Düsseldorf – dreimal mehr ne Reise wert als das Nazistadion in Berlin mit seinem behämmerten Preetz. Mainz: na ja von mir aus. Ansonsten würde ich sehr gerne endlich mal das Weserstadion in Bremen sehen – ob mit Fahrt auf der Fähre oder ohne. Leverkusen, Augsburg und Wolfsburg lasse ich mal lieber sein. Arroganz-Arena und Hannover – gerne, wenn das Spiel nicht gerade am Freitag oder Sonntagabend liegt. Ganz so hart bin ich nun mal nicht. Deshalb verfolge ich auch das Derby in der Turnhalle lieber am Bildschirm. Habe ich jemanden vergessen?

Bleibt die Frage, wie ich das alles mit dem Marathonlaufen verbinde. Im Moment bin ich da aufgrund meiner Vertzung immernoch vorsichtig. Ich hoffe aber, daß ich im Herbst nach 2 Jahren endlich wieder die 42km laufen kann. Es wird schon irgendwie gehen. Ein Großteil der Vorbereitung fällt ohnehin noch in die Sommerpause. Sicher wird es schwierig, die ersten Wochen der Saison auf Alkohol verzichten zu müssen. Aber spätestens Ende Oktober werde ich es hinter mir haben. Und die Auswärtsfahrten können mit allem Spaß stattfinden: Forzaaaa Beee Vaaauuu Beeeee!

Glückwunsch, Holger Stanislawski!

9 Feb

Herzlichen Glückwunsch, Holger Stanislawski! Du hast es hinter Dir. Endlich raus aus Hopps schwachsinnigem Konstrukt. Abfindung kassieren und neu orientieren! Ich verstehe zwar immernoch nicht, was Du da überhaupt wolltest. Als die Verpflichtung Mitte April feststand, hörte ich in einem Heidelberger Café, wie Du es denn hier in dieser Region aushören wolltest. Wo Du doch nun wirklich in einer ganz anderen Umgebung sozialisiert wurdest. Recht hatte er, und das ist wohl wirklich das Geringste.

Denn welcher gesunde Mensch hält es in diesem Kaff bei Sinsheim aus? Ich wohne ja in der Nähe. Aber gerade für einen, der seit jahren in Mannheim wohnt, ist Hoffenheim ein furchtbarer Nachbar. Statt sein Geld in einen ehrwürdigen Traditionsverein wie den SV Waldhof Mannheim 07 zu investieren, zieht Dietmar Hopp so einen Müll hoch und ludert in der Ersten Liga rum. Gut, aber das erzählt jeder Fußballfan jede Woche, darüber wurde auch schon x-mal gebloggt; aus diesem Anlaß muße es aber nochmal sein.

Herzlich willkommen in Fantasialand, Markus Babbel. Wünsche schönen Abstieg!