Tag Archives: DFB-Pokal

Also Finale

16 Apr

Also Finale. Da habe ich mich lange Zeit nicht mit dem Gedanken anfreunden können, das Pokalfinale zu erreichen, da man ja dann von den Bayern gedemütigt würde, und nun freue ich mich richtig drauf. Das dritte Pokalfinale in sieben Spielzeiten. Das Dritte Finaljahr in Folge. Das sind so traumhafte Zeiten. Und natürlich möchte ich nach Berlin fahren. Und natürlich glaube ich an einen Sieg. Noch 31 Tage. Berlin, Berlin! 

Das Pokalspiel gegen Oberneuland: Text gelöscht

22 Aug

Wie die wenigsten von euch mitbekommen haben werden, habe ich den Beitrag zu meinem schönen Ausflug nach Bremen ins Weserstadion, zum Pokalspiel gegen den FC Oberneuland gelöscht. Am Sonntagabend nach kurzer Zeit. Weil ich mich mit solchen Sachen nicht mehr befassen will. Etwas Veröffentlichtes wieder zurückzuziehen, das habe ich in diesem Blog in den viereinhalb Jahren seines Bestehens noch nie gemacht. Aber in diesem Fall ging es nicht anders. Plötzliche Aufregung, die mir den Bericht über das Pokalspiel kaputtgemacht hat. Das mußte weg.

Konzentrieren wir uns auf die neue Saison.

Mein 12. Mai

19 Mai

12. Mai 2007 – wann immer ich das Datum hörte, ging mir das Herz auf. Dieser Samstag – im Mai, genau eine Woche vor meiner wohl größten Marathonleistung ever. Hoffnung, Aufblühen, wissen, daß es doch noch immer geht, das waren so schöne Gefühle, wie einst im Mai. 12. Mai 2007 – dieses Datum kannte jeder.

Ende Februar 2011. Einige BVB-Blogger lassen sich nach dem 1:3-Sieg in München darüber aus, daß der emotionale Höhepunkt erreicht sein dürfte. Die Mannschaft hatte uns mit glücksgefühlen nur so überhäuft. Wir wollten die ganze Welt umarmen. Was sollte da noch kommen?

Doch, nein. Es kam der 12. Mai 2012. Berlin. Erstes Pokal-Finale seit 2008. Aber diesmal als Deutscher Meister. „Ooh, ein BVB-Fan“ staunte die Freundin von Priesterzions. Ich hatte sie erst kürzlich kennengelernt. Im Flic-Flac, Mannheims bester Fußball-Kneipe (das nur so als Tip für alle Fußball-Fans in der Kurpfalz) füllte es sich, ein paar Studis in Zivil, ein paar grimmige vom Team Telekom und Schwarz-Gelbe. Wir waren in der Überzahl, und das in Süddeutschland, wo die Bayern-Fans immer ein Übergewicht hatten. Doch wir leben im Zeitalter von Jürgen Klopp.

Ich war nervös und angespannt. So nervös und angespannt wie vor einer studentischen Mensur. Viel konnte nicht passieren. Wir waren Meister. Rekord-Meister. Und bis ins Finale vorgestoßen. Aber eine Niederlage gegen die Bauern im olympiastadion würde diese grandiose Saison ungut beenden. Soviel war klar.

Beim Führungstor in der dritten Minute springt eine junge Dame am Nebentisch auf, dreht sich dreimal im Kreis, schreit auf und beginnt, eifgrig zu klatschen. Fortan klatscht sie bei jeder Balleroberung des BVB. „Mark, das wäre die perfekte Frau für dich“, meint Priesterzions.

Ausgleich. „Auf geht’s Bayern, schießt ein Tor“ fängt nun die Freundin von Priesterzions an. Ach so. Doch nicht allzu lange später beim Stand von 4:2: „Haben die Bayern eben ein Tor geschossen? Hab ich ja gar nicht mitbekommen.“ „Ja, das juckt hier halt keinen.“

Beim 5:2 kann ich mich nicht mehr halten. Ich springe auf und will nicht mehr runterkommen. Träume ich oder wache ich? Wahn oder Wirklichkeit? Ich bin den Rest der Nacht wie auf Droge. Ein geknackter Jackpot im Lotto hätte mich emotional nicht auf diese Ebene bringen können. Das Double. Ein 5:2 gegen die Bayern. Der fünfte Sieg in Folge. Meine Güte, Rummenigge hatte recht, als er Walt Disney zitierte. Alle Träume können wahr werden. Und noch jetzt eine Woche später schmelze ich dahin. 12. Mai 2012 – das würde fortan das Datum aller Daten sein. Der Tag , der uns in künftigen dunklen Zeiten Mut machen würde. Wir waren die Wiedergeborenen. Unser ganzes Leben, unser ganzer Stolz!

Ich weiß nur eins

6 Feb

Im Fernsehen läuft gerade ein Film, in dem sich Leute mit „LKA Kiel“ vorstellen. Die Woche hat gerade mit einer nicht enden wollenden Liste an „To-Do-s“ begonnen und der Tabellenführer der Ersten Liga steht vorm Viertelfinalspiel gegen Holzbein Kiel. Holstein Kiel, excuse me.

Den Verein nehme ich erst seit der Auslosung und dem ganzen Drumherum seitdem wirklich wahr. Vorher hatte ich natürlich hie und da mal von ihnen gehört, aber Holstein Kiel war mir immer von Herzen egal. Nun geht es im Viertelfinale des DFB-Pokal gegen diesen Viertligisten. Mit 1650 BVB-Fans im Stadion. Den Berichten zufolge muß es für die Fans bereits am Freitag in Nürnberg unerträglich gewesen sein. Aber Kiel? Wo die Troglodyten wohnen? Wird das nicht richtig fies?

Aber es geht um das Spiel. Und ich habe wieder richtig. Angst. Gerade so Spiele, bei denen eigentlich nichts schief gehen dürfte, sind doch immer so eine Sache. Da nützen auch die ganzen erfreulichen Nachrichten erstmal nichts, daß Sven bender wohl nur bis Ende nächster Woche fehlt. Und sogar Mario Götze eventuell früher als gedacht wieder kommt. Ich weiß nicht, wo mein Kopf liegt. Was ich überhaupt alles machen muß, ich weiß nur eins: Morgen geht es gegen einen Viertligisten und der Ballspielverein Borussia muß ins Halbfinale.

Das war kein gehaltvoller Beitrag? Ihr habt gut reden…

Leben wieder erlaubt – Heidegger-City und das Ende eines Alptraums

22 Dez

Der Alptraum endete am Morgen nach dem Kaiserslautern-Spiel. Ich hatte an dem Wochenende, den letzten Tagen meiner Angst, mich mit einem guten Freund am Samstagabend am Dortmunder Hauptbahnhof getroffen. Einem ruhigen und doch sehr angespannten Abend im Getümel auf dem Alten Markt folgte ein langer Morgen mit den ersten FCK-Fans, die wir im U trafen. Diese seltsame und bedrückte Vorfreude auf ein Spiel, zu dem längst alles gesagt ist. Noch waren die Verletzten längst nicht alle verletzt.  Mario Götze, der seit dem Spiel gegen Arsenal am Zahnfleisch ging, verletzte sich nun richtig. Er hätte gescheiterweise drei Wochen ganz ausgesetzt.

In Freiburg dann war ich befreit von der Last und dem ganzen Streß. „Freiburg, wir hören nichts“ tönte es auf dem Weihnachtsmarkt in Heidegger-City. Freudige Augen blickten mich im Biergarten am Badenova-Stadion an: „Unser ganzes Leben, unser ganzer Stolz, oder?“ Wir standen mit viel zu viel Leuten in einer Reihe, sangen alte klassiker und umarmten uns wie wild geworden bei dem schönen 3:1 durch Kevin Großkreutz. Ob es regnet oder schneit…

Am Freiburger Hauptbahnhof brauchte ich Bier. Ich saß lange an der Theke und schaute und dem Kellner beim endlos langsamen Aufbereiten von Kaffee zu. Nicht im Traum dachte er daran, mich zu fragen, was ich möchte. Hinten am anderen Ende blieb einer nicht so still und tönte: „Meister, willste auch was verkaufen?“ Und ich erkannte ihn; es war MauriciusQ. Er ging zornig. Ich hatte unmittelbar vorher, hauptsächlich durch Glück, doch noch ein großes Bier bekommen.

Einen BVB-Fan aus Worms traf ich wieder am Gleis. „Fahre sie öfter auswärts? Gibts eigentlisch bei uns en Fanclub in de Näh?“ Im ICE dann BVB-Fans aus Kassel vor mir. Der eine rief bei einem Lieferservice in Mannheim an: „Ich hätte gern ein Schinken-Gyros. Das ist Schinken mit Gyros drauf. Kennen Sie das nicht? Das schmeckt voll gut. Ab wieviel Euro liefert ihr? Ja, das klingt vielleicht komisch, aber wir bräuchten das an den Banhof geliefert. Weil ich bin gerade im Zug und in Mannheim haben wir neun Minuten Aufenthalt.“

Weder hatte ich MauriciusQ angesprochen noch mit dem BVB-Fan aus Worms Kontaktdaten getauscht. Ich ärgerte mich über mich selbst maßlos. Die Nacht endete in Mannheim für mich erneut im Fiasko. Aber kein Alptraum folgte.  Ich bin wiederhergestellt. Leben ist mir wieder erlaubt.

Mit dem Pokalspiel in Düsseldorf endete dieses fußballtechnisch wunderschöne Meisterjahr 2011. Roman Weidenfeller, Mats Hummels und Kevin Großkreutz ,aber auch alle anderen haben uns mit ihrem Großkampfeinsatz nochmal so richtig unter Beweis gestellt, was für ein Traumteam wir da haben. Ich würde mich gern den ganzen Tag über bei ihnen bedanken. So ein Jahr kommt so schnell nicht wieder.

Wenn ich Ralf Loose wäre

24 Okt

Daß Ralf Loose aus Dortmund-Dorstfeld kommt, wußte ich bis heute gar nicht. Mir war schon noch im Gedächtnis, daß er früher für Borussia Dortmund spielte, aber der entstammt einem schwatzgelben Umfeld, dürfte also heute noch irgendwie schatzgelb sein, denn das hört nun mal nie auf, und er trägt ja auch nach wie vor Schwarz und Gelb.

Wie macht der Mann das morgen Abend? Die Vorstellung, ich würde als Trainer irgendeines Vereins meine Mannschaft im Westfalenstadion gegen den BVB ins Feld führen, um ihn aus dem DFB-Pokal zu werfen, bricht schon in der ersten Sekunde ab. Ich möchte nicht mit ihm tauschen.

Aber kommen wir mal zu Dynamo Dresden. Und den 10.000 Anhängern, von Loose im Interview mit dem neuen kicker als „fantastische Fans“ bezeichnet, die morgen in Dortmund zu erwarten sind. Okay, jeder kennt sie. Jeder weiß, wie die sich aufführen. Ich meine diesen widerwärtigen Mob.  Natürlich ist das nur ein Teil, ein ich weiß nicht wie großer. Aber sowas im Westfalenstadion zu haben, ist auch nicht gerade prickelnd.

Soviel jedenfalls dazu. Im Hinblick auf das Spiel bin ich jetzt schon nervös. Bei uns ist das in dieser Saison ja ein einziges auf und ab und eigentlich wäre von der Logik der letzten Wochen her davon auszugehen, daß es Dünamö morgen gelingt, den Deutschen Meister zur nächsten Blamage zu bringen. Aber ich will ich hier nicht schwarzsehen und nichts heraufbeschören. Unsere Jungs wissen sehr genau, daß das nichts wird, was man so nebenbei machen kann. Und Ralf Loose wird sehen…