Tag Archives: Fußball

Laufen und Fußball

10 Aug

Bloggte ich schon drüber, oder? Egal. Den Bundesliga-Auftakt gestern Abend zwischen dem Triple-Sieger unterm neuen Medienstar und den Ponys habe ich schon mal verpasst. Gestern Abend unternahm ich nämlich nach Feierabend mit meinem Laufkumpanen Achim einen langen Lauf in Heidelberg.

Diese ganze Lauferei hält mich vom Fußball ab. Was man ja auch daran sieht, daß ich schon länger nicht mehr über Fußball gebloggt habe. Dabei hätte es viel zu sagen gegeben, zu Mkitarian, Aubemeyang, Supercup und so weiter. Vor vielen Wochen hatte ich mal einen offenen Brief an Mario Götze angefangen, den ich nie beendet habe.

Ich trinke seit dem 1. August keinen Alkohol und halte mich an meinen Trainingsplan. Deshalb kommt der Fußball leider viel zu kurz. Nicht mal das Pokalspiel gegen den SV Wilhelmshaven konnte ich vollständig schauen – wegen des Sommernachtslaufes. Natürlich verfolge ich das Geschehen in der Liga und lese so ziemlich alles rund um den Ballspielverein, ganz gleich ob nun im Kicker, Spox, ruhrnachrichten.de oder im Schwatzgelb-Forum (die anderen BVB-Blogs nicht zu vergessen). Natürlich werde ich den 1. Spieltag verfolgen. Den ersten Gang ins Westfalenstadion werde ich wahrscheinlich im September gegen den HSV machen, allerdings auch alles andere als entspannt. Denn die Priorität liegt derzeit klar beim Laufen. Das bedrückt ein wenig, ist letztlich aber gut zu verkraften. So habe ich schließlich neben dem ersten Kölsch nach dem Marathon am 13. Oktober noch was weit wichtigeres auf das ich mich besonders freue: Fußball endlich wieder zu genießen. Denn was zählt ist doch

 

„Verrückt nach Fußball. Eine Reise durch die Fankurven Italiens“

20 Nov

Gestern Abend lief bei ZDF info die Dokumentation „Verrückt nach Fußball. Eine Reise durch die Fankurven Italiens“, für die auch ich an dieser Stelle Werbung machen möchte. Sie steht in der Mediathek zur Verfügung.

Der Film ist durch und durch sehenswert. Einen paar lesenswerte Zeilen dazu finden sich außerdem bei schwatzgelb:

Die Dokumentation „Verrückt nach Fußball – Eine Reise durch die Fankurve Italiens“ von Jan Krapf, Jan-Henrik Gruszecki, Kai Tippmann und Marc Quambusch kann man an dieser Stelle nicht häufig genug loben. Sie bietet einen intensiven Einblick in die Seele des Calcio und ist gleichzeitig auch ein Mahnmal, wie es ist, wenn die Leute aufgrund von staatlichen Restriktionen vom Fußball ausgeschlossen werden. Bei mir wurden durch das Anschauen der Reportage viele Erinnerungen geweckt, da ich von 2009 bis 2010 selbst das Vergnügen hatte im Rahmen des Erasmus-Programms in Bologna zu leben, also mitten im Herzen Italiens. Für mich ist das Land während dieser Zeit zu einer zweiten Heimat geworden und bei meiner Ankunft konnte ich es kaum erwarten in den italienischen Fußball einzutauchen.

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Politik und Fußball

2 Sep

„Fußball ist Fußball und Politik bleibt Politik“ ist so ein Satz, den prinzipiell zu hören bekommt, wer auf ein braunes Problem im Stadion hinweist. Die Antworten sind immer dieselben. Nazis in der Kurve? Selbstverständlich haben rechte und linke Extremisten nichts im Stadion verloren. Politik hat im Stadion nichts verloren. Siehe dazu auch die jüngsten Diskussionen im Schwatzgelb-Forum.

Das ist natürlich Unsinn. Fußball ist politisch – und das nicht nur dann, wenn Angela Merkel die Nationalelf besucht. Im Osten weiß die NPD sehr gut den Fußball für sich zu nutzen, nämlich in dem sie auf Fanpolitik setzt, und Themen aufgreift, die vielen Fans am Herzen liegen. Dazu empfehle ich vor allem die Reihe mit Ronny Blaschke auf Catenaccio sowie Ronny Blaschkes Buch „Angriff von Rechtsaußen.“

Ich empfehle in diesem Zusammenhang aufzuhören, mit den Begriffen der politischen Extremismusforschung zu operieren. Das Gerede von „Rechtsextremisten“ ist die Steilvorlage für all jene, die immer und überall „Linksextremisten“ bekämpfen wollen. Nennt das Kind beim Namen.

Ganz offensichtlich geht es vielen weniger um die Bekämpfung dieses Problems als darum, bestimmte Vereine zu bashen, die Fanszene von Borussia Dortmund als braun darzustellen, und sich selbst als die politisch sauberen Fans politisch korrekter Vereine darzustellen. Das hatte ich mit Leuten in Dortmund nach der Saisoneröffnung besprochen. Einige Fans des SV Werder Bremen schienen sehnsüchtig darauf zu warten, dass sich BVB-Fans entsprechend zeigen, um sich selbst wiederum bestätigt zu fühlen. Hört damit auf, ihr Fans von Werder, St. Pauli etc. Wir mögen uns ja spinnefeind sein, aber sitzen dann doch wieder im selben Boot. Denn Fußball ist nun einmal politisch.

Fußball in der fußballfreien Zeit

18 Jun

Ich bin nicht der einzige. Auch wenn ich mir den größten Teil aller Spiele anschaue. Und mitunter dabei Spaß habe. Europa- und Weltmeisterschaften zermürben mich. Sie sind Störfeuer im Seelenhaushalt des Fußballfans.

Die WM 1990 zählt zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen.Wie schwer dagegen lässt sich heute so ein Turnier überstehen. Ja, seit 2006 ist es besonders schlimm.

Ab dem 24. August ist die Welt wieder in Ordnung. Aber bis dahin ist es noch so verdammt lange hin.

Whisky während EM

16 Jun

Whiskyprobe mit den Nichtunterschätzern bei Marduk gestern Abend. „Was habt denn ihr für Whiskys?“ ist gerade so eine Modefrage meiner Mannheimer Freunde. Und gestern wurde eben Whisky probiert. Jeder brachte welche mit. Außer mir. Ich saß einfach nur da und probierte. Mit dem Rücken zum England-Schweden-Spiel. Ja, meine gemeinen Freunde zwangen mich in die Position, mich umdrehen zu müssen, um ein wenig vom Spiel zu schauen. Von dem ich auch nicht allzu viel sah. Ich hatte auch gar nicht (mehr) vorgehabt, Whisky zu trinken, da letzte Woche nun noch sehr viel zu tun war, auch und gerade gestern noch. Und ich heute eigentlich nach Dortmund zu einem Treffen fahren wollte. Ich bin aber nicht nach Dortmund gefahren. Weil das Treffen zwar nicht ausfällt, aber jetzt nur in sehr eingeschränktem Rahmen stattfindet, und ich nach langen Hin- und Herüberlegungen zu dem Ergebnis kam, daß es nicht unbedingt so besonders sinnvoll wäre, dafür mit dem ICE hin- und herzugondeln. Deshalb bin ich heute nicht nach Dortmund gefahren, obwohl ich die letzten Wochen vorhatte, heute den ganzen Tag in Zügen und in Dortmund zu verbringen.

Und so trank nach ich nach getaner Arbeit Whisky. Und schaute ein wenig mit verdrehtem Kopf vom England-Schweden-Spiel. Meine Freunde wußten nicht mal, warum Rooney nicht mitspielt. Marduk wußte am allerwenigsten, warum Rooney nicht mitspielt. Und ich muß zugeben, daß ich zwar von seiner Sperre ganz gut wußte, aber auch nicht mehr, wie lange sie galt, und ob Rooney (beinahe hätte ich jetzt Romney geschrieben) im nächsten Spiel wieder würde mitspielen können. Ist Romney denn auch gesperrt?

Aber was wollte ich eigentlich erzählen? Es sollte freilich um die EM gehen, nicht um den Whisky. Ich vermisse wie die meisten Fußballfans, nein, wie alle Fußballfans in Deutschland, schmerzhaft die Bundesliga. Vor allem freilich die Spiele von Borussia. Daß die EM kein Ersatz dafür ist – wem sag ich das. Aber es ist doch irgendwie eine tolle Zeit alle zwei Jahre. Wenn man jeden Tag Fußball im Free TV schauen kann und in so einem Turnier mindestens drei bis fünf richtig tolle Spiele zu sehen bekommt. Und dann ist es doch wieder ne grauenhafte Zeit. Nein nicht wegen der Autokorsos, die sind zwar albern, aber genauso leicht zu verschmerzen wie das Feuerwerk nach jedem Tor eines Deutschen oder das ganze Gegröle, die Bemalungen und das Dummgelaber. Sondern ich finde soviel Fußball in fußballfreier Zeit einfach ein wenig schauerlich. Bin ich da der einzige? Jedenfalls fand ich es gar nicht so verkehrt, mal zwischendurch England-Schweden nur ein wenig mit verdrehtem Kopf zu schauen. Und Whisky zu probieren.

Vom abwesenden Fußballgott und anderen Absurditäten

20 Mai

Verdient, unverdient, völlig unverdient, völlig verdient. Unwürdig. Antifußball. Unschön. Nicht schön anzusehen. Ungerecht. Wo ist der Fußballgott? In football, the evil always wins.

Man stelle sich vor: Der BVB verliert das CL-Finale im eigenen Stadion nach Elfmeterschießen. Nach nem Ausgleich kurz vor knapp. Nachdem Dortmund 120 minuten spielerisch überlegen war. Ich hätte mich im Rhein oder in der ruhr ertränkt. Ich würde heute aus dem Heulen nicht mehr rauskommen. Deshalb finde ich die Häme, die einige von uns letzte Nacht zeigten, gelinde gesagt etwas daneben. Ja, ich weiß auch, daß uns die Bayern die ganze Saison ihre Häme über unser CL-Ausscheiden gezeigt haben. Nach jedem Dortmunder Erfolg war das ihr einziges Thema. Viel anderes blieg ihnen ja auch nicht übrig.Aber wollen wir uns nicht von ihnen unterscheiden?

Ich schaute das Finale wieder mit Priesterzions. Bei Priesterzions zuhause. Und wir drückten den Roten die Daumen. Ein Erfolg im eigenen Stadion. Ein titel nach den nationalen Pleiten. Wovon sie alle seit Wochen und Monaten geträumt hatten. Warum denn nicht?

Der Ballbesitzfußball der Bayern erwies sich allerdings als die falsche Taktik. „Abgezockt“ ist für die Spielweise von Chelsea gar kein Ausdruck. Ihnen ist es auf verdammt coole Art gelungen, ihre Aufgabe gegen die Bayern zu lösen. Und sie haben nun mal gewonnen, mit welcher Taktik, ist doch vollkommen egal. Im Fußball geht es nun mal nicht um spielerische Dominanz oder Schönheit, sondern ums Toreschießen. Chelsea hat Barca rausgeschmissen, Chelsea hat die Bayern besiegt. Wenn Matthias Sammer da von einem unwürdigen CL-Sieger faselt, will man ihm doch wirklich zurufen: „Was laaaberscht du?“

Ich fand es gestern abend wirklich bitter, aber seit ich heute morgen im Netz so manche Kommentare lese, hält sich mein Mitleid in Grenzen: Nur nochmal zu Erinnerung: Anfang der Saison 2011/2012. Bayern MUSS Deutscher Meister werden, hieß es. Mit so einem Kader MUSST Du Meister werden. Bayern hat eine erfolglose Saison hinter sich, schaut jetzt aber titelhungrig nach vorne. Wenn ich aber doch etwas werden MUSS und es dann nicht werde, muß ich dann nicht etwas genauer hinterfragen, was falsch lief? Stattdessen hieß es Ende der Saison, Bayern sei anders als Borussia Dortmund in drei Wettbewerben und habe eben seine Prioritäten anders gesetzt. CL-Finale dahoam das wichtigste überhaupt. Dafür war es gestern doch definitiv zuwenig. Und der einzige, der ein wirklich guter Verlierer gestern war, war Jupp Heynckes. Mit einer ganz nüchternen Analyse. Von den Spielern haben sich die meisten als die Memmen gezeigt, die sie sind. So sehr ich ihre Enttäuschung verstehen kann.

Dennoch an die Bayern-Fans: Kopf hoch! Das war ein grausamer Moment für euch gestern und ich kann den Schmerz nachempfinden. Solche schwarzen Tage gibt es in jedem Fan-Dasein, und das ist einer der Gründe, warum wir diesen Sport lieben.

Was hat Gay Marriage mit Fußball zu tun?

8 Mai

Hier in North Carolina sind heute Wahlen und eine Abstimmung über „Gay Marriage“.  Ich beteilige mich daran aber nicht. Warum ich das erzähle?

Weil es dabei immerhin nicht um Fußball geht. In der „Sommerpause“ werde ich hoffentlich häufiger wieder über solche Dinge schreiben. Nur hoffentlich, weil ich mir dabei komisch vorkomme. Seit mich der Fußball wieder so sehr fesselt, steht der hier im Blog einfach im Zentrum. Und jeder Versuch, sich davon zu lösen, scheitert. Schon vor Monaten habe ich angekündigt, über die Wahlen in den USA 2012 häufiger zu bloggen, aber dabei blieb es dann auch. Ich weiß gar nicht, wie lange das her ist, und ich bin zu faul, den entsprechenden Artikel zu suchen. Wenn ich jetzt aber einen Kommentar zur Romney-Kampagne schreiben wollte, könnte der erste Satz schon nur mißraten. Stellt euch doch einfach mal vor, auf einem anderen BVB-Blog – und davon gibt es nach wie vor einige sehr gute, jetzt bloggt auch Clemens wieder – würde der Autor plötzlich anfangen, über Ernst Bloch zu schreiben. Kann ja nur schiefgehen.

„Ihr müßt monothematische Blogs machen“ meinte Manfred Messmer mal in Gummersbach. Sicher, die funktionieren auch meiner Meinung nach am besten. Vielleicht sollte ich für jedes Themenfeld einen separaten Blog starten? Puh, das hört sich nach Arbeit an. Nö, ich schreibe hier weiter über alles, was mich bewegt.

Ich muß nur passende Übergänge hinkriegen, um keinen Leser abzuschrecken. Ob ich dazu imstande bin, werden die nächsten Wochen zeigen. Heute habe ich erstmal meinen letzten Tag auf der sonnigen Insel und gehe vielleicht Angeln. Die Wahlen interessieren mich nicht. Was die Lokalpolitik anbelangt, bin ich nicht wirklich informiert, Gay Marriage wird in diesem Staat ohnehin abgelehnt und die Primary ist langweilig, da Romney ohnehin schon gewonnen hat.

Donnerstag bin ich wieder in Deutschland und blogge vermutlich über Fußball.