Tag Archives: Gefühl

Derbysieg

27 Nov

Noch immer bin ich in einer schwierigen Lage.  Im Ungewissen. Am Derbytag nicht in Dortmund zu sein, ist traurig. Ohne Frage. Aber ich will diesen Blog ja auch nicht volljammern. Deshalb ist dies auch in dieser Woche mein erster und einziger Blogpost. Nur soviel: Selbstverständlich hat mich der Sieg gegen die Blauen jubeln lassen. DERBYSIEG! Der macht die Derby-Historie der letzten Jahre nun auch wirklich vergessen. Und so schlecht kann es mir wirklich nicht gehen, daß ich keine Kraft zum Jubeln mehr aufbringe, wenn wir Schlacke schlagen.Dennoch fehlt mir gerade das emotionale Potenzial, hier Beiträge zu schreiben, die für den Leser unterhaltsam sein könnten.

Um es kurz zu machen: Herzlichen Glückwunsch zum 50. Geburtstag an unseren Stadionsprecher! Gute Besserung, Manni Bender! Und vielen Dank an alle Fans für die Begeisterung gestern im Stadion!

Im zwei Wochen gegen Lautern bin ich auch mit dabei. Komme, was kommen mag.

Die Zeiten ändern sich und bleiben doch die alten

18 Okt

Das waren wieder tolle Nachrichten: Lucas Barrios, auf dessen volle Einsatzfähigkeit seit Saisonbeginn jeder wartet, hatte sich im Training verletzt und würde im CL-Spiel gegen Piräus ausfallen.

Die aber wirklich großartige und bewegende Nachricht des Tages, die überall die erste sein sollte: Gilad Schalit ist nach mehr als fünf Jahren wieder in Freiheit bei seiner Familie. Zuerst hatten ihn die Ägypter noch zu einem grausamen Interview gezerrt. Aber dann endlich hatte ein langes Warten ein Ende. Über das wichtigste Bild des Tages berichtete Bloggerin Lila.

Das Gefühl der Erleichterung über die Freilassung dieses jungen Mannes, den ich nicht kenne, überwog also selbst die Vorfreude auf das Spiel morgen in Griechenland. Eine Vorfreude, naturgemäß von großer Nervosität durchzogen. Morgen geht es wirklich um den Einzug ins Achtelfinale. Unsere Jungs müssen gewinnen.

Im Vergleich dazu, der Tag heute vor zwölf Jahren, ein montag. Dieser Tag war nur durch größtmögliche Anspannung, durch Angst bestimmt. Wir jungen Männer trafen uns zur semestereinleitenden Besprechung um 20hct in dem im Sauna-Look gestalteten Kneipsaal und ich hatte versagt. Der eine ältere Mann, von dem ich wußte, daß er nicht nur verärgert über mich sein würde, betrat mit einem halb verschluckten „Guten Abend“ den Raum durch die Schwingtür. Ich, der Versammlungsleiter, stand fünf Stunden auf der Stelle. „Wir sprechen hier auch von groben Pflichtverletzungen und wir werden noch intensiv darüber sprechen“, meinte der ältere Mann. Harte Themen folgten aufeinander, aber es ging bei weitem nicht nur um mich. Ich hatte viel auszuhalten und hielt aus und behielt die Führung. Und ich wurde am Ende des Gefühl nicht los, daß eine wahre Standpauke anders aussähe. Aber das wirklich Schlimme blieb: Ich hatte versagt und mir monatelang beim Versagen zugeschaut.

Was war das dagegen heute für ein Tag? Der Wind schmiß vor der norisbank am Willy-Brandt-Platz ein Standplakat um. „Woohoo“ meinte ein vor mir herlaufender, langhaariger junger Mann. „Der Wind gehört zu den 99%. Der hat was gegen BANKEN.“

Wtf?