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Marathon-Trainingstagebuch: Woche 12

15 Sep

In genau vier Wochen werde ich zum Köln-Marathon starten. Das heißt auf der anderen Seite: Zwei Drittel der Trainingszeit sind vor bei. Und allmählich wird es wirklich Zeit. Seit dem 30. Juli habe ich keinen Alkohol mehr getrunken und ich würde doch gerne mal wieder ein Bier trinken. Und gestern Abend zum Beispiel wäre ich gerne im Stadion gewesen. Was war das schön, diesem traumhaften Offensivfußball, für den Nick genau die richtigen Worte gefunden hat, zuzuschauen. Ich schaute das Spiel auf der heimischen Couch mit Matthias, der spontan vorbeikam und trank Mineralwasser. Ein gelungener Abend ohne jede Frage. Aber wie gesagt: im Stadion mit Bier in der Hand wäre auch nicht verkehrt gewesen.

Zwölf Wochen sind also nun ins Land gegangen. Viel mehr habe ich früher nie in einen Marathon investiert. In den vergangenen sieben Tagen war ich trotzdem wieder recht fleißig. Heute habe ich mit dem nun neunten langen Lauf den ersten über der 30er Marke absolviert: 30,8 km in 6:01 min/km. Kaum Ermüdungserscheinungen.

Los ging es mit einem Dauerlauf am Dienstag. Intervalltraining verlegte ich auf Mittwoch, um einen Tag länger vom Halbmarathon zu regenerieren: 10 x 400m. Eigentlich eher unüblich für ein Marathontraining, aber ich wollte mir damit mal etwas mehr Spritzigkeit besorgen. Zeiten zwischen 1:38 und 1:40 min. Donnerstag dann ein mittellanger DL und Freitag Ruhetag. Samstag fuhr ich dann in die Rhein-Galerie nach Ludwigshafen, um mir am Runnerspoint ein weiteres Paar Laufschuhe zu besorgen. Die sehr gute Beratung ließ mich dann abermals Brooks auswählen, diesmal allerdings Brooks Adrenaline. Jetzt kloppe ich sämtliche alten Asics, die alle nix mehr taugen, auf einmal in die Tonne: plopp! Die neuen Schuhe ließ ich dann bei mitunter sehr starkem Regen sofort ein. Und heute kamm dann der lange Lauf auf der üblichen Strecke.

Damit habe ich diese Woche 77 km abgespult. Die zwei kilometerintensivsten Wochen stehen mir aber jetzt erst noch bevor.

Marathon-Trainingstagebuch: Das war Woche 11

9 Sep

Eine kurze Zusammenfassung der letzten Woche: Nach einem Intervalltraining am Dienstag mit 3 Staffeln (800m-600m-400m-200m) unternahm ich am Mittwoch und am Donnerstag je einen mittellangen Dauerlauf. Freitag und Samstag blieben trainingsfrei, um die Beine für den Wettkampf am Sonntag auszuruhen. Die Woche endete schließlich mit dem Halbmarathon in St. Leon-Rot. 

Offizielles Ergebnis: 1:47:50 h, Platz 123, Rang 20 in der AK 35.

Damit sind 61,5 km in der 11. Trainingswoche zusammengekommen, wobei ich mit im Schnitt 5:30 min/km deutlich flotter unterwegs war als in den Vorwochen, was freilich kein Wunder ist, wenn man bedenkt, dass der Wettkampf gut ein Drittel des Umfangs ausmacht.

So langsam darf der Marathon übrigens auch mal kommen..

Halbmarathon St. Leon-Rot: Der lange Weg nach unten

8 Sep

Pausen schaden. Das beweisen Tests. Zu ihnen gehört mein heute absolvierter Halbmarathonlauf im Golfpark von St. Leon-Rot.

Sonntagmorgen. Frühstück. Der Regen fällt auf die Dachfenster. Ich mache mich guter Dinge auf nach Heidelberg, wo Achim zwanzig nach Acht abholt. Wieder mal geht es nach Rot, wo ich vor zehn Jahren meine Bestzeit über 10 km auf amtlich vermessener Strecke (42:38 min) gelaufen bin. Wo ich vor drei Jahren meine Halbmarathon-Bestzeit erzielte, die heute noch steht. Daß ich die heute nicht knacken werde, ist mir klar. Mit jeder Zeit zwischen 1:40 und 1:45 wäre ich zufrieden.

Nachdem Achim und ich in der Turnhalle die Startnummern befestigt haben, hört der Regen auf, die Sonne kommt raus. Beim Warmlaufen fange ich bereits stark an zu schwitzen. Ich schnüre meine Schuhe nochmal nach, die Scheißtropfen kullern herab. „Geht es dir nicht gut?“, fragt Achim. „Wenn es nix ist, gehste nach den 10 geradeaus durch. Das bringt ja sonst nichts. “ Im Start schaue ich auf die anderen Läufer. Niemand außer mir schwitzt.

Aber mir geht es gut. Ich laufe los. Die Wettkampfbedingungen könnten idealer nicht sein. Dicke graue Wolken, hier und da ein paar Sonnenstrahlen, etwas unter 20 Grad Celsius, ein leichter wind. Achim ist schnell weg. Mir geht es auch weiterhin gut, aber ich bekomme nicht recht Dampf auf die Beine. Und ich traue mich nicht, auf die Uhr zu blicken um mich zu kontrollieren. Denn ich merke: Es ginge nicht schneller. Und doch haben die Veranstalter kurz hinter Kilometer 9 einen hingesetzt, der die Zeit im 30-Sekunden-Takt ausruft. Kennt man ja.

„Alles gut“ fragt vor mir ein langer Lulatsch eine recht zäh aussehende junge Läuferin neben sich. „Nee, mir tut die Schulter weh und ich habe seit vier Kilometern Magenschmerzen.“ Mir geht es gut. Und ich überhole die beiden auch. In der zweiten runde sind die 10-km-Läufer im Ziel und durch den Golfpark wird sehr überschaubar. Ich bin klatschnaß und ich weiß, ich bin langsam. die zähe Frau überholt mich bei Kilometer 15 wieder mit hastigem Atem. Das sind Frauen.

Ich laufe ins Ziel und kann nicht mal behaupten, dass ich mich zu irgendeinem Zeitpunkt sonderlich gequält hätte. Und doch dürfte ich recht nah am Limit gewesen sein. Mit  selbstgestoppten 01:47:46 h liege ich zehn Minuten über der vor drei Jahren auf derselben Strecke gelaufenen Zeit (01:37:43 h am 12.09.2010). ZEHN Minuten. Das ist nicht zu fassen.

Die zwei wesentlichen Ursachen für diesen langen Weg nach unten sind schnell ausgemacht: die Verletzungpause von zwei Jahren und zehntägige Grippenpause, die nun mitten in die Marathonvorbereitung fiel. Experten sagen, wer mitten im Training krankheitsbedingt zehn Tage pausiert, braucht 20 Tage, um wieder auf das Niveau vor der Erkrankung zu kommen. Wer schon weit oben ist, fällt tief. Scheinbar haben sie recht. Und die zwei Jahre Verletzungspause habe ich noch lange nicht wieder aufgeholt. Irgendwie befinde ich mich auf einem Niveau meiner Anfangszeit aus dem Jahr 2002.

Der größte Fehler wäre jetzt, sich davon demotivieren zu lassen. Natürlich darf ich meinen derzeitigen Leistungsstand genausowenig ignorieren. – dafür mache ich solche „Tests“ schließlich. Und eins ist klar: eine neue Bestzeit, also eine sub3:30, in Köln schminke ich mir ab. Dennoch ist ein gutes Comeback in Köln allemal drin. Davon bin ich überzeugt. Einfach den Fokus beibehalten, die verbleibenden fünf Wochen plangemäß weitertrainieren und den Marathon realistisch planen. Und dann in Zukunft generell weniger erkranken. Wer tief gefallen ist, kann auch wieder nach ganz oben krabbeln.

Marathon-Trainingstagebuch: Woche 9

26 Aug

Das wollte ich vermeiden: Die letzte Woche mußte ich komplett aussetzen. Daß mir der letzte lange Lauf über 28 km so schwer zu schaffen gemacht hatte, lag nicht daran, daß ich einfach zuviel gemacht hatte und übertrainiert gewesen wäre. Ich hatte wohl bereits einen Infekt im Körper. Besonders am Dienstag ging es mir schlecht, so daß an Training gar nicht zu denken war. Mittwoch zeigte das Fieberthermometer knapp 38, Donnerstag begab ich mich nach der Arbeit endlich zum Arzt. Der verschrieb mir ein Antibiotikum und Paracetamol. Freitag war ich krankgeschrieben. Das komplette Wochenende verbrachte ich im Bett.

Nun lag ich bisher ja sehr gut im Soll und krank zu werden ist in der Marathon-Vorbereitung aufgrund des Open-Window-Effekts fürwahr nichts Ungewöhnliches. Aber es ärgert mich massiv. Problematisch ist vor allem das ständige Grübeln: wann kann ich wieder anfangen? Wie weit kann ich gehen, wenn ich wieder anfange? Was riskiere ich? Wie lange wird das Antibiotikum noch wirken? Wie fit werde ich beim Halbmarathon-Test (08.09.) sein? Welche Auswirkungen hat der Verlust auf meine Zielzeit? Und immer wieder ein verzweifelter Blick auf den Trainingsplan…Ende dieser Woche Woche hoffe ich jedenfalls, wieder laufen zu können.

Marathon-Trainingstagebuch: Das war Woche 8

19 Aug

Halbzeit! Acht Wochen Training liegen hinter mir, acht liegen vor mir. Die Zeit verging wie im Flug. Und bin ich bin zuversichtlich, die Zeit bis zum 13. Oktober mit intensiver Belastung gut durchzustehen.

Obwohl harte Wochen inklusive Test-Wettkampf (Halbmarathon am 08.09.) und mittelbar bevorstehen, bin ich allerdings gerade an einem Punkt, wo der Wunsch nach Ruhe und Erholung dominiert. Ich habe es in den letzten Tagen wohl stark übertrieben. Wichtigster Grund dafür war, dass ich den mittellangen Tempolauf von Donnerstag auf Freitag schieben mußte, weil ich Donnerstag lange im Büro blieb. So lief ich am Donnerstag zügig über 15 km. Samstag überlegte ich noch, ob ich zumindest den Dauerlauf ausfallen lassen sollte, machte mich aber doch nochmal zu lockeren 8,6 km auf. Sonntag folgte dann plangemäß der lange Lauf über diesmal 28 km. Und der war brutal. Ist ja eigentlich auch Quatsch, an einem Wochenende mehr als 50 km zu laufen, aber wer streicht das Training gerne? Jedenfalls taten am Sonntag die Beine schon auf der Hälfte der Strecke weh, die letzten 6 km waren eine furchtbare Qual. Mit Übelkeit und ausgetrocknetem Mund lief ich zuhause ein und lag den Rest des Tages kaputt in der Ecke. Am Abend traten Kopfschmerzen hinzu. So im Sack nach dem Training war ich seit Urzeiten nicht mehr.

Insgesamt zusammengekommen sind in der letzten Woche 73 km. Der Wochenschnitt der letzten Wochen beträgt 59,6 km. Mein Gewicht liegt bei 69,6 kg (im Unterschied zu 74 im Juni). Die Fußgelenke tun beide beim Gehen, vor allem beim Treppenlaufen ein bißchen weh, halten aber beim Laufen doch ganz gut stand.

Weiter gehts!

Marathon-Trainingstagebuch: Das war Woche 7

12 Aug

Seit ein paar Tagen registriere ich Aua im linken Fuß. Nein, nicht die alte Geschichte, das ist die rechte Verse, es sind stechende Schmerzen im linken Fußgelenk. Kann kein Läufer gebrauchen, ich, der ich im Oktober ein Comeback feiern will, am allerwenigsten.

Was mich bisher am Training nicht gehindert hat. Vor zehn Jahren hätte ich bei dem Umfang vielleicht geschrieben, in dieser Woche sei es ruhiger zugegangen. Im Jahr 2013 habe ich jedoch mit den 71,9 km, die in der vergangenen Woche zusammengekommen sind, einen neuen Höchststand in dieser Marathon-Vorbereitung erreicht. Dabei habe ich etwas umgeplant: den langen Lauf gab es bereits am Freitag, die zweite Tempoeinheit wurde auf Sonntag geschoben.

Los ging es am Dienstag mit Intervalltraining 8 x 800 m bei noch schwülem Wetter. Mittwochmorgen, als ich die Treppe runterschlenderte, um mich Richtung Arbeit zu begeben, spürte ich bereits die Schmerzen. Und die traten stellenweise auch beim Dauerlauf im Regen am Mittwochabend auf. Noch ein Dauerlauf am Donnerstag, genausowenig beschwerdefrei. Beim langen Lauf nach Feierabend am Freitag in Heidelberg hatte ich hingegen keine Probleme. Achim und ich liefen aus dem Neuenheimer Feld hoch zum Philosophenweg, dann in den Wald, wo wir mehrere Runden mit ordentlich Höhenmeter drehten, runter in Ziegelhausen, unten am Neckar wieder zurück ins Neuenheimer Feld. Da wir dort noch nicht genug Kilometer hatten, beendeten wir den Lauf am Olympiastützpunkt mit fünf Runden Bahn. Noch vier Runden, noch drei, noch zwei..was ne Qual. Schließlich waren wir bei 25,7 km. Auf der Bahn ist mir aufgefallen, wie sehr sich doch diese Hartbahn positiv von der matschigen am Oberen Luisenpark in Mannheim unterscheidet, wo ich sonst immer trainiere.  Ich sollte mir wirklich ne andere suchen. Wegen Oberleitungsstörung saß ich schließlich durchgeschwitzt am Heidelberger Hauptbahnhof und kam erstmal nicht nachhause. Ich stieg schließlich in ein Schienenersatzverkehr-Großraumtaxi und verströmte den entsprechenden Pumakäfig-Geruch.

Am trainigsfreien Samstag machte der Fuß mir die meisten Sorgen, abends hatte ich sogar den Eindruck, der Fuß sei leicht geschwollen. Am Sonntag schloß ich die Woche mit der zweiten Tempoeinheit (2 x 4km im Marathon-Renntempo) ab, was so einigermaßen ging. Ich kann euch nur bitten: Drückt mir die Daumen.

Laufen und Fußball

10 Aug

Bloggte ich schon drüber, oder? Egal. Den Bundesliga-Auftakt gestern Abend zwischen dem Triple-Sieger unterm neuen Medienstar und den Ponys habe ich schon mal verpasst. Gestern Abend unternahm ich nämlich nach Feierabend mit meinem Laufkumpanen Achim einen langen Lauf in Heidelberg.

Diese ganze Lauferei hält mich vom Fußball ab. Was man ja auch daran sieht, daß ich schon länger nicht mehr über Fußball gebloggt habe. Dabei hätte es viel zu sagen gegeben, zu Mkitarian, Aubemeyang, Supercup und so weiter. Vor vielen Wochen hatte ich mal einen offenen Brief an Mario Götze angefangen, den ich nie beendet habe.

Ich trinke seit dem 1. August keinen Alkohol und halte mich an meinen Trainingsplan. Deshalb kommt der Fußball leider viel zu kurz. Nicht mal das Pokalspiel gegen den SV Wilhelmshaven konnte ich vollständig schauen – wegen des Sommernachtslaufes. Natürlich verfolge ich das Geschehen in der Liga und lese so ziemlich alles rund um den Ballspielverein, ganz gleich ob nun im Kicker, Spox, ruhrnachrichten.de oder im Schwatzgelb-Forum (die anderen BVB-Blogs nicht zu vergessen). Natürlich werde ich den 1. Spieltag verfolgen. Den ersten Gang ins Westfalenstadion werde ich wahrscheinlich im September gegen den HSV machen, allerdings auch alles andere als entspannt. Denn die Priorität liegt derzeit klar beim Laufen. Das bedrückt ein wenig, ist letztlich aber gut zu verkraften. So habe ich schließlich neben dem ersten Kölsch nach dem Marathon am 13. Oktober noch was weit wichtigeres auf das ich mich besonders freue: Fußball endlich wieder zu genießen. Denn was zählt ist doch