Tag Archives: Lucas Barrios

Das wäre letztes Jahr schiefgegangen

4 Feb

Nach 70 Tagen endlich mal wieder zu Null gespielt. Das was weiß ich wievielte 2:0 gegen den Club. Und wie noch im sommerlich-warmen Hinspiel nach einem 0:0 zur Halbzeit. Mit dem ersten saisontreffer für Lucas Barrios, in der Woche, in der er fast gegangen wäre. So weit, so wunderschön.

Für mich ist allmählich doch deutlich zu erkennen, dass die Mannschaft gegenüber der letzten Saison weiter an Qualität gewonnen hat. Der FC Nürnberg spielte gestern Abend in der Eiseskälte eine verdammt gute erste Halbzeit und störte den BVB empfindlich. Bei Spielverlagerung findet sich das gut analysiert.  Bei allen gestern Abend wieder mal vergebenen Chancen: Ich wage zu behaupten, dass ein solches Spiel in der Meistersaison entweder mit einem Unentschieden oder eine Niederlage geendet hätte. Klar war es auch einfach großes Glück, dass Nürnberg nicht in Führung ging. Aber jetzt findet die Mannschaft die richtigen Mittel gegen einen ungemütlichen Gegner.  Gestern auch ohne Sven Bender.

Wobei  sein Ausfall trotzdem eine Katastrophe ist. Bender ist verdammt wichtig für das Spiel der Borussia. Wie gesagt, gestern kam man auch ohne ihm zum Sieg, aber mittelfristig  könnte sich sein Fehlen bemerkbar machen. Klar ist: Gegen holzbein Kiel am Dienstag muß der Ballspielverein auch ohne in bestehen.

Die Zeiten ändern sich und bleiben doch die alten

18 Okt

Das waren wieder tolle Nachrichten: Lucas Barrios, auf dessen volle Einsatzfähigkeit seit Saisonbeginn jeder wartet, hatte sich im Training verletzt und würde im CL-Spiel gegen Piräus ausfallen.

Die aber wirklich großartige und bewegende Nachricht des Tages, die überall die erste sein sollte: Gilad Schalit ist nach mehr als fünf Jahren wieder in Freiheit bei seiner Familie. Zuerst hatten ihn die Ägypter noch zu einem grausamen Interview gezerrt. Aber dann endlich hatte ein langes Warten ein Ende. Über das wichtigste Bild des Tages berichtete Bloggerin Lila.

Das Gefühl der Erleichterung über die Freilassung dieses jungen Mannes, den ich nicht kenne, überwog also selbst die Vorfreude auf das Spiel morgen in Griechenland. Eine Vorfreude, naturgemäß von großer Nervosität durchzogen. Morgen geht es wirklich um den Einzug ins Achtelfinale. Unsere Jungs müssen gewinnen.

Im Vergleich dazu, der Tag heute vor zwölf Jahren, ein montag. Dieser Tag war nur durch größtmögliche Anspannung, durch Angst bestimmt. Wir jungen Männer trafen uns zur semestereinleitenden Besprechung um 20hct in dem im Sauna-Look gestalteten Kneipsaal und ich hatte versagt. Der eine ältere Mann, von dem ich wußte, daß er nicht nur verärgert über mich sein würde, betrat mit einem halb verschluckten „Guten Abend“ den Raum durch die Schwingtür. Ich, der Versammlungsleiter, stand fünf Stunden auf der Stelle. „Wir sprechen hier auch von groben Pflichtverletzungen und wir werden noch intensiv darüber sprechen“, meinte der ältere Mann. Harte Themen folgten aufeinander, aber es ging bei weitem nicht nur um mich. Ich hatte viel auszuhalten und hielt aus und behielt die Führung. Und ich wurde am Ende des Gefühl nicht los, daß eine wahre Standpauke anders aussähe. Aber das wirklich Schlimme blieb: Ich hatte versagt und mir monatelang beim Versagen zugeschaut.

Was war das dagegen heute für ein Tag? Der Wind schmiß vor der norisbank am Willy-Brandt-Platz ein Standplakat um. „Woohoo“ meinte ein vor mir herlaufender, langhaariger junger Mann. „Der Wind gehört zu den 99%. Der hat was gegen BANKEN.“

Wtf?