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Damitte nix beREUS

4 Jan

Eigentlich hatte ich heute über den Film „The Ides of March“ bloggen wollen, aber die Topmeldung kurz vor Feierabend und Kinobesuch machte mir einen Strich durch die Rechnung. Auf die Nachricht hatte ich die letzten Tage schon gewartet. Ernsthaft.

Marco is coming home!

Anfang November saß ich mit einem ehemaligen Kollegen, Gladbach-Fan, zusammen. Ich fragte ihn, was er zur tollen Performance seiner Mannschaft in den ersten Wochen der Saison sage. „Wir haben, glaube ich, 23 Punkte gegen den Abstieg. Dias ist gut“ meinte er zu meinem Erstaunen. Und dann weiter: „Wann immer die Nationalmannschaft ruft, versagt bei Reus das Immunsystem. Die brauchen Reus nicht, aber für uns ist er verdammt wichtig.“

Nun ist Reus, den ich ja schon im Oktober hochgelobt habe, natürlich nicht der einzige Grund für den Gladbacher Erfolg. Dennoch ist der abgang nun für den Verein bitter. In Dortmund hatte man ihn vor mehr als fünf Jahren nicht mehr haben wollen, weil er angeblich zu schmächtig sei. Und Reus ist so ein Spieler, der einen Verein wie Borussia Mönchengladbach einfach gebraucht hat, um sich freizuschwimmen. Sich so zu entwickeln, wie er sich entwickelt hat. Die Sache mit dem Immunsystem, der Nationalmannschaft und Marcos Psyche macht mich dann ein bißchen nachdenklich. Keiner kann wissen, wie er den nächsten Schritt in seiner sportlichen Entwicklung  meistern wird. In Dortmund aber auf jeden Fall am besten. Nur sollten wir unsere Erwartungen auch nicht zu hoch hängen und denken, daß er gleich von Anfang an in der Offensive die Granate schlechthin sein wird.

Zur Finanzierungsfrage denke ich vermutlich wie die meisten Fans, daß der Transfer keineswegs unvernünftig ist. Watzke ist einer, der weiß was er tut, und gerade Zorc dürfte aus der Erfahrung der letzten Jahre gelernt haben.

Es wächst zusammen, was zusammengehört. Willkommen zurück, Marco!

Und die Filmkritik kommt morgen.

(Das Copyright für die Artikelüberschrift liegt übrigens bei BVB Awesome)

Gerhard Henschel, die Fohlen, die Schmach von 1978

3 Dez

29. April 1978, letzter Spieltag der Saison, Spitzenreiter ist der 1. FC Köln, auf Platz zwei punktgleich Titelverteidiger Borussia Mönchengladbach. Köln hat eine um 10 Tore bessere Tordifferenz. Es steht an die Partie Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund im Düsseldorfer Rheinstadion. Der 1976 wiederaufgestiegene BVB hat sich den Klassenerhalt bereits gesichert. Bei den Dortmundern stellt Trainer Otto Rehhagel Peter Endrulat anstelle von Horst Bertram ins Tor. Endrulat bekommt vor dem Spiel mitgeteilt, daß sein Vertrag nicht verlängert wird.

Gladbach macht in der ersten Halbzeit sechs Tore, dreimal durch Jupp Heynckes, einmal Carsten Nielsen, einmal Karl Del‘ Haye und einmal  Hacki Wimmer. Der 1. FC Köln führt gegen St. Pauli zur Halbzeit nur mit 1.0, daher wird die Meisterschaft für Gladbach realisitisch.

In der zweiten Halbzeit treffen zweimal Heynckes, einmal, einmal Nielsen, Del’Haye, Ewald Lienen und in der 90. Minute Christian Kulik. Das spiel endete mit dem bis heute gültigen Rekordstand von 12:0. Da Köln aber schließlich mit 5:0 gewan, hätte Gladbach aber einen 16:0-Sieg gebraucht.

Sehr schön beschrieben findet sich das übrigens im Liebesroman, dem schönsten Buch aus der insgesamt komisch-traurigen Reihe über die Familie Schlosser, einer wirklich berührenden Familiengeschichte und Chronik der alten Bundesrepublik. Die Hauptfigur im Liebesroman, Martin Schlosser, und ist zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt und eben bis zu dem Ende dieser Saison ein großer Fußball- und Gladbach-Fan.

Ich selbst war zu diesem Zeitpunkt drei Monate alt und noch gar nicht in Deutschland. Heute steht wieder mal eine Partie gegen die Fohlen an. Das letzte Spiel in Gladbach endete mit einer 01:Niederlage und versaute mir mein ganzes Osterwochenende. Und auch heute habe ich eher so ein mittelmäßiges Gefühl….

Der neunte Spieltag kommt

9 Okt

Nach unserer Heimspielniederlage gegen Hertha gastierte Aki Watzke im doppelpass und wies darauf hin, daß wir nach Länderspielen bisher immer Probleme gehabt haben. Was natürlich stimmt. Und vor dem Hintergrund, daß Kuba, Lewandowski, Piszczek, Subotic, Kagawa, Perisic, Götze und Hummels mit ihren Nationalmannschaften zehn Tage unterwegs sind, kann man sich gerade unsere Chancen für das kommende Auswärtsspiel am Freitag bei Werder Bremen ausrechnen.

Da trifft es sich gut, daß Mario Götze abgereist ist, wie gerade gemeldet wurde. Der hat nach dem Spiel gegen die Türkei eine Pause auch mehr als verdient. Sicher: er war in dem Spiel nicht allzu sehr präsent. Aber an dem zweiten tor hatte Mario den größten Anteil. In diesem Zusammenhang frage ich mich sowieso, wie das nächstes Jahr bei der europameisterschaft laufen wird. Die Anforderungen an Mario sind inzwischen so hoch, daß er sie entweder nur voll erfüllen oder bei ganz geringfügig schlechter Form schon  nur enttäuschen kann.

Bei dem Spiel gegen Belgien dürfte Marco Reus wohl zu einem längeren Einsatz kommen als gegen die Türkei.  Was ich auch begrüßen würde. Reus ist ein Dortmunder, von den Ponys ohne Zweifel der sympathischste und ein guter Spieler.

Aber dem Spiel in Bremen sehe ich trotzdem mit gemischten Gefühlen entgegen…