In offener Gesellschaft

12 Jun

Vor etwa vier Jahren nahm sich Alan Posener das damals gerade erschienene, von antiisraelischen Ausbrüchen durchzogene Islamismusbuch des Historikers Ernst Nolte vor. Er machte damit, was man damit nur machen konnte: kurzerhand drückte er den „Bullshit“-Button. Heute plaudert Posener mit dem Nolte-Fan Mathias Brodkorb über Islamophobie.

Posener, der schrieb früher doch ganz vernünftige Sachen. Wie die meisten Transatlantiker. Posener war so eine Art Mini-Hitchens.  Als alter Maoist, der inzwischen zu den Liberalen (was immer man in Deutschland so unter „liberal“ versteht) übergelaufen war, übersetzte eine Weile manche „Slate“-Kolumnen von Christopher Hitchens für die „Welt“. Besonders in den 2000er Jahren hatte der ebenso von der radikalen Linken kommende, inzwischen leider verstorbene „liberal hawk“ eine besonders anziehende Wirkung auf viele sich „liberal“ gebende deutsche Publizisten, so eben auch auf den steindummen Hannes Stein und seinen Kumpel Alan Posener (Hitchens kann im Übrigen nicht gerade als besonders israelsolidarisch angesehen werden). So passte es dann auch, dass Posener Hitchens in seinem Atheismus nacheiferte und ganz tapfer gegen Papst Benedikt XVI. zu Felde zog. Freilich blieb Posener im Vergleich zu Hitchens in jeder Hinsicht immer eine Maus – das würde er selbst wohl auch nicht bestreiten.

Letzte Woche nun erkannte er die „Antideutschen“ – was auch immer genau er darunter sich vorstellt – als ein ernsthaftes Problem der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Posener hatte sich geärgert, daß mein Freund Daniel Leon Schikora, Sprecher der DIG Hochschulgruppe Rostock, mit einem facebook-Posting ihn an seine Brodkorb-Connection erinnerte. Daniel, dessen Hochschulgruppe vor einigen Monate ein Ranking der Antisemiten Mecklenburg-Vorpommerns veröffentlichte, und darum Probleme mit DIG-Vorstand Robbe bekam, führt in einem Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Bahamas die Causa Brodkorb näher aus.

Schwachsinn, der Mann hat keinen blassen Schimmer von dem, wovon er schreibt, hätte man sagen können. Nichtsdestotrotz schlug Poseners brechend schlechter Text im Netz einige Wellen. Popperianer wie Ingo Way, die aus welchen Gründen auch immer gierig bei jedem „Antideutschen“-Bashing mitmarschieren, waren freilich sofort zur Stelle. Ausführlich reagierte ein Aktionsbündnis, das Posener zum Wutbürger der Woche kürte. Alan Posener ist derweil derart verbissen in seinem hilflosen Versuch, gegen „Antideutsche“ zu polemisieren, daß er sich in einem weiteren Beitrag um Kopf und Kragen redet.

„Linksradikale“ ins Visier zu nehmen, ist in der Nähe zum Israelhasser Brodkorb und in einer Reihe mit Ernst Nolte und Jürgen Elsässer vielleicht das einzige, was ihm übrigbleibt. Posener ist kein Mini-Hitchens. Eher ähnelt sein Werdegang sehr dem von Rainer Zitelmann. Sie erinnern sich? Wie Posener ein alter Maoist, hatte Zitelmann 1986 mit einer Arbeit über den Führer bei Ernst Nolte (!) promoviert. Später schrieb er für die „Welt“ (!!)- als Ressortleiter Zeitgeschichte. Seinen publizistischen Höhepunkt hatte Zitelmann, der heute in Immobilien macht, Mitte der Neunziger Jahre mit  dem Bemühen, eine „demokratische Rechte“ zu etablieren und Linkstendenzen in den Medien anzuprangern. Posener ist um die Deutsch-Israelische Freundschaft bemüht und ächzt gegen die, die ihm seine Allianz mit echten Israelfeinden vorhalten. Vielleicht ist es ja für Immobilien noch nicht zu spät.

3 Antworten to “In offener Gesellschaft”

  1. Alan Posener Juni 14, 2013 um 6:30 am #

    „Sei der erste, den dies gefällt.“ Sagt schon alles. Gähn.

    • Cyrano Juli 10, 2013 um 11:47 am #

      Ich hoffe einfach mal für Herrn Posener, dass hier wer Anders unter seinem Namen die niveaulosesten Dummheiten verbreitet…

Trackbacks/Pingbacks

  1. Zitelmann 2.0: Denunziant Pro Deutschland | Jihad Watch Deutschland - Juni 14, 2013

    […] Power of Will, 12.6.2013: […]

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